25.12.2010, 16:02

Pressetext

Umwelt

Althandys auch für Mobilfunk-Anbieter interessant

Dank Smartphones, iPhones und Tablets hält der Trend zum Neukauf von Handys an. Die Altgeräte, die diese ersetzen, verkümmern jedoch meist in den Schubladen, womit für die Umwelt als auch für die Besitzer ein potenzieller Nutzen verloren geht.
"Aktuell horten die ÖsterreicherInnen mindestens elf Millionen alte Mobiltelefone im Wert von mehr als 150 Millionen Euro", erklärt Michael Krammer, CEO von Orange. Orange hat als erster Mobilfunk-Betreiber Österreichs angekündigt, Althandys zurückzukaufen. Das Konzept von Rückkauf und Wiederverwertung von Althandys stammt von UpCom . Der Telekomhändler startete bereits im Vorjahr ein Webtool, das per Eingabe der IMEI-Nummer oder des Gerätetyps eine schnelle Preisauskunft liefert. Eine begleitende Seite für Endnutzer http://www.altehandys.at soll zum Wiederverkauf bewegen. Der Rückkauf hilft dabei, die Marktdynamik wieder anzukurbeln und gleichzeitig die Umwelt weniger zu belasten.
Von den drei Mio. neuen Handys, die 2010 in Österreich gekauft wurden, ist jedes zweite ein Smartphone. Entsprechend stieg auch der Wert der Endgeräte. Ungestützt kostet ein Handy heute durchschnittlich 334 Euro, was 50 Prozent mehr als noch vor vier Jahren ist. Gleichzeitig wird derzeit nur jedes fünfte gebrauchte Handy gespendet, recycelt oder wiederverkauft. Insgesamt gibt es in den Schubladen der Alpenrepublik elf Mio. Althandys, womit auf jeden Haushalt statistisch gesehen drei ungenutzte Mobiltelefone kommen.
Der Anbieter Orange tauscht in seinen Verkaufsstellen erstmals gebrauchte, noch funktionierende Handys gegen Gutscheine für seine Produkte. Die Vergütung orientiert sich an einer internationalen Preisliste. So ist etwa ein Nokia 6300 derzeit 17 Euro wert, ein iPhone 3GS 124 Euro oder ein Samsung Galaxy S i900 noch 164 Euro. Abschläge gibt es für Beschädigungen, wobei man mit dem Bewertungstool von UpCom bestimmt, ob sich das Gerät ein- und ausschalten lässt, ob die Tasten funktionieren und wie viele Kratzer man sieht. Gänzlich defekte Geräte werden ohne Bezahlung zurückgenommen und fachgerecht entsorgt.
90 Prozent aller zurückgenommenen Geräte sollen in anderen Ländern wiederverkauft werden. Sieben Prozent werden zerlegt und dienen als Ersatzteillager, aus den restlichen drei Prozent werden Rohstoffe gewonnen. So liefert eine Tonne Althandys, was etwa 10.000 Geräten ohne Akkus entspricht, 3,5 Kilogramm Silber, 350 Gramm Gold, 150 Gramm Palladium und vier Gramm Platin, geht aus Erhebungen des Ökologie-Instituts  hervor.
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