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Autos verbrauchen bis zu 25 Prozent mehr Sprit als vom Hersteller angegeben

28.05.2013 | 17:00 Uhr |

Einer aktuellen Studie zufolge ist der durchschnittliche Spritverbrauch deutscher Autos um rund 25 Prozent höher als von den Herstellern versprochen.

Wer beim Autokauf auf die Hersteller-Angaben zu Spritverbrauch und CO2-Ausstoß vertraut, sollte diese offiziellen Angaben in Zukunft mit Vorsicht genießen. Wie eine aktuelle Studie der International Council on Clean Transportation (ICCT) belegt, ist der reale Verbrauch im Durchschnitt rund 25 Prozent höher als in den Hochglanz-Prospekten und der Werbung prophezeit.

Im Rahmen der Studie wurden 500.000 Fahrzeugdaten in ganz Europa unter die Lupe genommen. Wie Spiegel Online berichtet, wird die Lücke zwischen den Hersteller-Versprechen und den tatsächlichen Verbrauchsdaten dabei immer größer. War der Spritverbrauch vor zehn Jahren nur etwa zehn Prozent höher als angegeben, müssen Käufer heute mit rund 25 Prozent mehr rechnen. Die Studie bezieht ihre Ergebnisse unter anderem von Automobilclubs, Leasingfirmen, Verbraucherorganisationen und Webportalen, auf denen Auto-Besitzer ihren Benzinverbrauch angeben.

Der immer größere Unterschied zwischen Hersteller-Angaben und tatsächlichem Verbrauch liegt laut der ICCT unter anderem in der Testprozedur begründet. Das aktuelle Verfahren, der so genannte Neue Europäische Fahrzyklus (NEFZ), steht bereits seit längerem in der Kritik und begünstigt laut Experten derartige Tricksereien. Legal ist bei entsprechenden Tests unter anderem die Verwendung von speziellem Schmiermittel, das Abkleben von Spalten oder die Nutzung von Leichtlaufreifen.

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Der Verbraucher zahlt am Ende drauf – im Durchschnitt rund 300 Euro pro Jahr. Mit der „Verbrauchslüge“ können Auto-Hersteller außerdem die EU-Gesetze zum maximalen CO2-Ausstoß unterwandern. Einem derartigen Vorgehen könnte durch die Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedures (WLTP) jedoch schon bald ein Riegel vorgeschoben werden. Das neue Testverfahren zur Ermittlung des durchschnittlichen Spritverbrauchs könnte bereits 2014 zum Einsatz kommen. Laut dem ADAC würden die WLTP realistischere Testergebnisse liefern.

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