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"taz"-Mitarbeiter spionierte Kollegen mit Keylogger aus

24.02.2015 | 10:26 Uhr |

Schock bei "taz"-Redaktion in Berlin. Ein Mitarbeiter spionierte die Kollegen mittels eines USB-Keyloggers aus.

Die "taz" in Berlin hat eine Strafanzeige gegen einen eigenen Mitarbeiter gestellt. Der betreffende Mitarbeiter hat offenbar über eine lange Zeit hinweg mittels eines Keyloggers seine Redaktionskollegen ausspioniert. Einem Techniker der Zeitung war an einem Redaktionscomputer ein Keylogger-USB-Stick aufgefallen und er konnte dann dessen Besitzer in flagranti erwischen, als er den USB-Stick aus dem Computer zog.

"Das Redaktionsgeheimnis ist ein hohes Gut", schreibt taz-Chefredakteurin Ines Pohl in einer Mitteilung auf der Website der Zeitung. Die gesamte Redaktion sei geschockt von dem Vorfall. Das man nicht sofort über den Fall berichtet habe, habe arbeitsrechtliche und andere juristische Gründe gehabt. Außerdem habe die interne Aufklärung der Vorkommnisse Vorrang gehabt. "Wir wollten wissen, welche MitarbeiterInnen vom Einsatz des Keyloggers betroffen waren, und diese darüber informieren. Unsere EDV-Abteilung hat dabei hervorragende Arbeit geleistet", so Pohl.

Der in Verdacht stehende Redakteur hätte am Montag die Möglichkeit gehabt, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Diese Möglichkeit habe er aber nicht genutzt. Aus diesem Grund wurden arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet und eine Strafanzeige gegen ihr gestellt. "Das Wichtigste ist für uns dabei, die Vorkommnisse, soweit dies irgend möglich ist, aufzuklären und so das Vertrauen in die taz zurückzugewinnen – bei LeserInnen, Interviewpartnern und Informanten ebenso wie unter den KollegInnen", erklärt Pohl.

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