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04.06.2006, 13:32 Uhr

Russischer iTunes Konkurrent steht Globalisierung im Weg

Ein Musikportal mit Sitz in Moskau ist ein Dorn im Auge der amerikanischen Musikindustrie. Die Kosten für ein Album entsprechen denen eines einzelnen Songs bei Apples iTunes.
Die steigende Popularität des russischen Download-Portals für Musik AllofMP3.com wird nur von einer Kleinigkeit getrübt: Das Angebot scheint illegal zu sein. Dieser Umstand könnte sogar den lang herbeigesehnten Beitritt Russlands in die World Trade Organization gefährden. Amerikanische Lobbyisten werfen den Betreibern von AllofMP3 vor, Gesetzeslücken im russischen Urheberrecht auszunutzen, um auch Musik anbieten zu können, die von den jeweiligen Künstlern nicht für einen Vertrieb im Internet freigegeben wurde.

So umfasst der immer größer werdende Katalog der Webseite auch Bands wie die Beatles oder Metallica, und dies zu einem Bruchteil der Kosten, die beispielsweise bei Apples iTunes fällig werden würden. So rechnet der Anbieter nach Megabyte ab, wodurch es möglich sein kann, ein ganzes Album für einen Euro zu erstehen. Apples Service hingegen schlägt hier mit einem Euro pro Song zu Buche. Weiterer Kritikpunkt: Die Songs verfügen über keinerlei Kopiereinschränkungen und können privat getauscht werden.
AllofMP3 wurde bisher stets von den russischen Behörden toleriert, auch wenn sich die Beschwerden von Warner, Universal oder EMI in letzter Zeit häuften. Amerikanische Behörden bezeichnen das kostenpflichtige Angebot sogar als Softwarepiraterie und sprechen sich für eine baldige Schließung aus. Die Betreiber halten entgegen, dass man nur russische Kunden beliefere und ausländische Interessenten mit einem Warnhinweis darum bittet, die Urheberrechte ihres jeweiligen Landes zu beachten. Im Angebot befinden sich jedoch nicht nur russische Künstler, weiterhin ist die Website in englischer Sprache verfasst und die Kosten in US-Dollar ausgewiesen.
Laut einer Konsumentenbefragung in Großbritannien steht AllofMP3 in der Popularität nur knapp hinter Apples iTunes. Zudem haben sich bereits 345 000 US-Amerikaner bei AllofMP3 registriert. Dies stellt eine Steigerung von 57 Prozent im Vergleich zum Januar dieses Jahres dar. iTunes kann jedoch mit knapp 19 Millionen Benutzern noch einen deutlichen Vorsprung aufweisen.

Schwerpunkt:  iTunes
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