12.07.2012, 12:29

Panagiotis Kolokythas

iSuppli

Nexus 7 kostet 160 Dollar in der Produktion

Nexus 7 von Google

Die Herstellungskosten für das 200-Dollar-Tablet Nexus 7 sollen bei um die 160 Dollar liegen. Google macht also kaum Gewinn mit dem Gerät. Will dies aber auch gar nicht.
Die Analysten von iSuppli haben den Tablet-PC Google Nexus 7 bereits auseinandergenommen und eine Schätzung für die Herstellungskosten abgegeben. Das Ergebnis: Das von Google für 199 US-Dollar verkaufte Nexus 7 mit 8 GB Speicher kostet in seiner Herstellung um die 160 US-Dollar. Beim 16-GB-Modell hat iSuppli die Herstellungskosten mit knapp 167 US-Dollar geschätzt.
Die teuersten Komponenten des Nexus 7 sind das Display (38 US-Dollar) und das dazugehörige Touchscreen-Modul (24 US-Dollar). Die Kosten für den mit 1,2 GHz getaktete 4-Kern-Prozessor Nvidia Tegra 3 liegen bei 21 US-Dollar. Es folgen die Kosten für elektronische und nicht elektronische Kleinteile (20 US-Dollar) und die Kosten für das Akku (12,75 US-Dollar). Die Kosten für den Speicher liegen dagegen bei 21 US-Dollar (16 GB) beziehungsweise 13,50 US-Dollar (8 GB).
Die Kosten aller Komponenten des Nexus 7 mit 8 GB liegen unterm Strich bei 151,75 US-Dollar und beim Modell mit 16 GB Speicher bei 159,25 US-Dollar. Hinzu kommen dann Kosten in Höhe von 7,50 US-Dollar für die Fertigung des Tablets.
Nicht berücksichtigt bei dieser Auflistung sind natürlich die Kosten für das Marketing und die Kosten, die beim Verkauf des Google-Tablets über Google Play anfallen. Unterm Strich macht Google also nicht allzu viel Gewinn mit seinem Tablet-PC. Das deckt sich allerdings auch mit den Aussagen von Google selbst, laut denen die Margen beim Verkauf des Nexus 7 äußert gering sein sollen. Google verdient letztendlich damit Geld, dass die Käufer vom Nexus 7 immer wieder neue Inhalte auf Google Play mieten oder erwerben.
Apple kann es sich dagegen leisten, seine Geräte deutlich höherpreisig anzubieten und damit auch mit dem Verkauf der Geräte Gewinn zu machen. Aber auch Apple profitiert am meisten davon, wenn die Käufer des iPhones und iPads anschließend Inhalte und Apps über iTunes erwerben.
Amazon teilt dagegen ein ähnliches Schicksal wie Google. Beim Start des Amazon Kindle Fire hatte iSuppli im November 2011 ermittelt, dass Amazon beim Verkauf des Geräts einen Verlust in Kauf nimmt. Dem Verkaufspreis von 199 US-Dollar standen Herstellungskosten von etwa 210 US-Dollar gegenüber. Dafür profitiert Amazon, wenn die Kindle-Fire-Käufer neue Inhalte direkt bei Amazon erwerben.
Mittlerweile sieht es aber für Amazon bei den Herstellungskosten für das Kindle Fire etwas rosiger aus. Anlässlich der Berechnung der Herstellungskosten für das Nexus 7 hat iSuppli auch die Kosten neu berechnet, die derzeit bei Amazon bei der Herstellung des Kindle Fire anfallen. Diese sind in den vergangenen 8 Monaten deutlich gesunken und liegen laut iSuppli bei derzeit 139,80 US-Dollar. Zu den teuersten Komponenten beim Kindle Fire zählen ebenfalls das Display (35 US-Dollar) und das Touchscreen-Modul (24 US-Dollar). Das Kindle Fire besitzt einen schwächeren und auch zum Nexus 7 vergleichsweise günstigeren Prozessor, dessen Kosten bei um die 13,50 US-Dollar liegen.
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