iPhone schickt Autofahrer in die Wüste

Polizei warnt vor Apple Maps

Montag, 10.12.2012 | 10:30 von Benjamin Schischka
Apple Maps ist fehlerbehaftet.
Vergrößern Apple Maps ist fehlerbehaftet.
© istockphoto.com/TommL
Die australische Polizei rät von der Benutzung des neuen iPhones als Navi ab. Man ist besorgt: Es könnte noch jemand sterben.
Eigentlich wollten die Autofahrer ins Städtchen Mildura. Das liegt rund 550 Kilometer von der Hauptstadt Melbourne entfernt und ist bekannt für seine Trockenfrüchte. Doch Apple Maps führte die Autofahrer mitten in die unbewohnte Wildnis statt nach Mildura. Die australische Polizei ist laut abc.net.au besorgt, dass noch jemand ums Leben kommen könnte, wenn Apple Maps ihn unerwartet ins Outback führt.
 
Die Polizei des Bundesstaates Victora erklärt, dass sie in den letzten zwei Monaten sechs Personen gerettet habe. Alle sechs hätten sich im Murray Sunset National Park verirrt, wollten aber eigentlich ins über 70 Kilometer entfernte Mildura. Inspector Simon Clemence wird von der Webseite zitiert: „Wenn es ein Tag mit 45 Grad ist, dann könnte wirklich jemand sterben.“ Er empfiehlt darum, zur Navigation nicht das aktuelle iPhone von Apple einzusetzen – zumindest nicht mit Apple Maps.“
 
Victoria Wake und ihr Partner haben diesen Rat zwei Wochen zuvor nicht beherzigt und sind ebenfalls im National Park statt in Mildura gelandet. Dort hätten sie eine Reifenpanne gehabt, berichtet abc.net.au, und weder Wasser noch Nahrung dabei gehabt. Die beiden sollen fünf Stunden lang in der Hitze gewartet haben, bis Hilfe kam.
 
Mit iOS 6 hat Apple das bisher genutzte Google Maps vom iPhone entfernt und durch einem eigenen Dienst ersetzt. Dafür verwendet Apple zwar Kartenmaterial von TomTom, hat jedoch mit ungenauen Angaben und versetzten Städten zu kämpfen. Im Web sammeln Kritiker Fehlinformationen aus Apple Maps. So lotst der Dienst beispielsweise Autofahrer durch das Meer oder verschweigt ganze Buchten. Tipp für iOS 6-Nutzer: Google Maps ist nach wie vor über den Browser verfügbar.

Montag, 10.12.2012 | 10:30 von Benjamin Schischka
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