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Apple liefert (dürftige) Erklärung für Sex-Apps-Bann

24.02.2010 | 16:15 Uhr |

Apple hat sich öffentlich zu der Verbannung von Sex-Apps aus dem AppStore geäußert. Die betroffenen Entwickler dürfte die Erklärung kaum beruhigen.

Die Verbannung von über 5.000 Apps aus dem AppStore am Wochenende hat für Unmut unter den betroffenen Entwicklern gesorgt. Insbesondere deshalb, weil viele Apps mit freizügigen Inhalten zwar aus dem AppStore entfernt wurden, aber beispielswiese die Apps von Playboy und Sports Illustrated, die ebenfalls leicht bekleidete Damen zeigen, weiterhin verfügbar sind.

Apps wie Strip Simon ( Youtube-Video ), Video Strip Poker , Tight Body Perky Boobs und SlideHer Nautica Thorn ( Youtube-Video ) wurden dagegen aus dem AppStore geschmissen.

In einem Interview mit der New York Times hat Apples Phillip Schiller, Head of Worldwide Product Marketing, versucht, Apples vorgehen zu erklären. Demnach werde vor der Verbannung einer Sex-App auch berücksichtigt, von wem die Applikation stamme und welchem Zweck sie diene. Daher würden bei Apps der anerkannten und bekannten Verlage wie Playboy, FHM und Sports Illustrated nicht derart rigorose Regeln gelten, wie beispielsweise bei eher unbekannten Apps, wie Tight Body Perky Boobs.

Die Erklärung dürfte den Entwicklern der betroffenen Apps kaum gefallen. Simply Beach ist beispielsweise eine App gewesen, in der Frauen in Bikini zu sehen sind und diese Bikinis können erworben werden. Die App war am Wochenende aus dem AppStore gelöscht worden, während die App Victoria's Secret All Access, die ebenfalls leichtbekleidete Damen zeigt, nicht gelöscht wurde. Immerhin: Mittlerweile ist auch Simply Beach wieder im AppStore erhältlich.

Nun könnte man meinen, dass Apple die Sex-Apps wegen der vielen Kinder sperre, die ein iPhone oder einen iPod Touch besitzen. Dagegen spricht, dass es einen Jugendschutz im AppStore bereits gibt und der AppStore auch nicht durch Playboy-Apps, FHM-Apps & Co. familienfreundlicher wird.

Sex-Apps hin oder her: Der Fall spiegelt wider, welche Macht Apple in den Händen hält, in dem das Unternehmen selbst entscheiden darf, welche Apps in den AppStore dürfen oder nicht. Entwickler können eine App bei Apple einreichen und müssen hoffen, dass diese für den AppStore zugelassen wird.

Als witzige Antwort auf die "I am Rich"-App hatte ein Entwickler die "I Am Poor"-App entwickelt. "I am Rich" war eine Applikation, die für viel Geld (999 US-Dollar) nichts Weiteres tat, als ein schickes Icon auf dem iPhone zu platzieren. Die App war nur eine Zeitlang im AppStore erhältlich und wurde dann von Apple gelöscht. Ein anderer Entwickler wollte mit der "I am Poor"-App ein App anbieten, die für 99 Cent ein hässliches Icon auf dem iPhone platziert. Apple fand die Idee nicht so witzig und ließ die App erst gar nicht für den AppStore zu.

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