iPhone-Zubehör

SmartGuard macht iPhone zu einer Waffe

Freitag den 24.02.2012 um 12:41 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

SmartGuard für das iPhone
Vergrößern SmartGuard für das iPhone
Es gibt viel, viel Zubehör für das iPhone, aber SmartGuard dürfte das erste Zubehör sein, das das Apple-Smartphone iPhone in eine Waffe für die Hosentasche verwandelt.
Das Schweizer Unternehmen Piexon verkauft unter dem Namen "SmartGuard" eine Schützhülle für das iPhone. Nun gibt es viele Schutzhüllen für das iPhone. Die Besonderheit von SmartGuard: An der Seite ist eine kleine Pfefferspray-Dose angebracht, die der iPhone-Besitzer im Notfall sofort einsetzen kann, um einen Angriff abzuwehren.

Laut Herstellerangaben handelt es sich dabei um einen patentierten Pfefferspray mit co-axialer Düse. Dadurch wird erreicht, dass der Pfeffer-Wirkstoff entlang der Längsachse auf den Angreifer gesprüht wird und sich der SmartGuard-Besitzer im Eifer der Notwehrsituation nicht versehentlich selbst mit dem Pfefferspray außer Gefecht setzt.

Die SmartGuard-Schutzhülle für das iPhone verfügt über eine spezielle Halterung für das Pfefferspray. In der Halterung ist das Pfefferspray außerdem vor einem ungewollten Auslösen gesichert. Wäre ja auch ärgerlich, wenn man sich während des Telefonierens mit dem iPhone selbst eine Dosis Pfefferspray verpassen würde...

Sobald das Pfefferspray aus der Halterung genommen wird, ist es entsichert und kann sofort eingesetzt werden. Dabei kann ein Angreifer mit dem SmartGuard-Pfefferspray mit bis zu sechs jeweils eine halbe Sekunden langen Sprühstößen und einer Reichweite von 1,5 Metern abgewehrt werden.

SmartGuard für das iPhone
Vergrößern SmartGuard für das iPhone
© SmartGuard für das iPhone

Das Pfefferspray selbst enthält laut Herstellerangaben den Wirkstoff Oleoresin Capsiscum, der aus natürlichen Cayenne-Pfefferschoten gewonnen wird und der "ein höchst wirkungsvoller Reizstoff (ist), der weltweit von der Polizei mit großem Erfolg eingesetzt wird", wie Piexon auf seiner SmartGuard-Website erläutert. Der Wirkstoff sei nicht nur bei Menschen sondern auch bei Tieren wirksam und wirke im Gegensatz zu Tränengas auch bei Personen, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen. Die Wirkung des Pfeffersprays aus Sicht des Angreifers: Er sieht die ersten 30 bis 45 Minuten erst mal gar nichts mehr und verspürt ein "extremes Unwohlsein". Gesundheitliche Schäden soll das Spray nicht hinterlassen. Jedenfalls "in der Regel" nicht, wie es der Hersteller betont.

Piexon verkauft auf seiner Website das SmartGuard für 37,50 Euro . Die Schutzhülle ist in den Farben pink, weiß und schwarz erhältlich, wobei die Pfefferspraydose ebenfalls in den Farben pink, weiß und schwarz geliefert wird. Der nach einer Nutzung notwendige SmartGuard-Ersatz-Pfefferspray kostet 19,95 Euro.

SmartGuard für das iPhone: Ist das überhaupt legal?

Bleibt die Frage: Ist SmartGuard für das iPhone überhaupt in Deutschland legal? Dazu verweist der Hersteller darauf, dass es nur - wie bei Pfeffersprays üblich - zur Tierabwehr eingesetzt werden darf und damit bei diesem Verwendungszweck nicht dem deutschen Waffengesetz unterliege. "Der Einsatz gegen Menschen ist zulässig, wenn ein Rechtfertigungsgrund wie Notwehr oder Nothilfe vorliegt", so erläutert Piexon weiter auf seiner Website.

Pfeffersprays zum Einsatz gegen Menschen werden dagegen als Reizstoffsprühgeräte eingestuft und sind damit laut Waffengesetz eine Waffe. Bei Reizstoffsprühgeräten darf aber laut Wikipedia der Wirkstoff Oleoresin Capsiscum nicht eingesetzt werden, weil er für diesen Zweck in Deutschland nicht zugelassen wurde. Hierfür wären zunächst Tierversuche notwendig, die nach geltendem Tierschutzgesetz aber nicht mehr durchgeführt werden dürfen.

Kostenlose Notfall-App

Passend zur SmartGuard-Schutzhülle mit Pfefferspray bietet Plexion auch eine kostenlose Notfall-App ein, die auch Notfall App heißt. Laut Angaben des Herstellers können iPhone-Besitzer nach einem mit dem Pfefferspray abgewehrten Angriff mittels der App schnell Hilfe rufen. Dabei erkennt die App über GPS, in welchem Land sich der iPhone-Besitzer befindet und wählt automatisch die richtige Notfallnummer, um eine Verbindung mit der Polizei oder dem Rettungsdienst herzustellen. In fremden Städten praktisch: Der aktuelle Standort kann per Knopfdruck per Mail oder SMS versendet werden. Hinzu kommt eine Taschenlampen-Funktion, mit der das iPhone-Display zur Lichtquelle im Dunkeln wird.

Freitag den 24.02.2012 um 12:41 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

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