179110

Student mit Top-Secret-Einstufung im iPhone-4G-Fall verwickelt

30.04.2010 | 13:25 Uhr |

Es gibt erste Hinweise über die Person, die das von einem Apple-Mitarbeiter in einer Kneipe vergessene iPhone 4G gefunden hat.

Ein Apple-Mitarbeiter vergisst den Prototyp vom iPhone 4G in einer Kneipe, das Gerät wird gefunden und landet gegen Bezahlung bei einer Website. Bei einem Redakteur der Website führt die Polizei eine Hausdurchsuchung durch. Soweit der bisherige Stand der iPhone-4G-Saga, die seit einigen Tagen die IT-Medien und Apple-Fans beschäftigt.

Mittlerweile gibt es auch erste Hinweise über die Person, die das iPhone 4G in der Kneipe gefunden hat und dann für 5000 US-Dollar an die Website Gizmodo verkaufte. Das US-Magazin Wired hat ermittelt, dass es sich bei dem Finder um den 21jährigen Brian J. Hogan handelt, der in Redwood City wohnt. Also in der Stadt, in der auch der Apple-Mitarbeiter den iPhone-Prototypen verlor. Der Rechtsanwalt von Hogan teilte mit, dass Gizmodo seinem Mandaten gesagt habe, es sei nichts Falsches daran, das gefundene Telefon der Presse zu geben.

Apple-Vertreter sollen versucht haben, die Wohnung von Hogan zu durchsuchen. Dieser war allerdings nicht zuhause und der Mitbewohner von Hogan ließ nicht zu, dass die Personen, die sich als Apple-Mitarbeiter ausgaben, das Haus betreten durften. Später sei Hogan von Ermittlern befragt worden, ihm werde aber keine Straftat vorgeworfen.

Der US-IT-Dienst Cnet berichtet, das Hogan einen Helfer gehabt hat, um einen Käufer für das gefundene iPhone zu finden. Demnach soll es sich um einen 27-jährigen Studenten an der Berkeley-Universität handeln, der als Mittelsmann fungierte und den Kontakt zwischen Hogan und Gizmodo herstellte. Der betreffende Student soll früher als Sicherheitsexperte bei der US-Marine und später bei Securitas gearbeitet haben. Der Student soll außerdem Inhaber der höchsten staatlichen Geheimhaltungsstufe sein.

In dem Fall soll aber auch noch eine dritte, bisher noch nicht identifizierte Person verwickelt sein. Mittlerweile hat auch Hogan erkannt, welche Brisanz in dem Fall steckt. Der zuständige Staatsanwalt hat angedeutet, dass der Finder des iPhone-Prototyps wegen Diebstahl angeklagt werden könnte. Über seinen Anwalt ließ Hogan mitteilen, dass ihm alles sehr leid tue und er im Nachhinein bereue, nicht versucht zu haben, das Gerät an Apple zurückzugeben.

Letztendlich hätte sich Hogan eher einen Gefallen getan, wenn er die kurze Strecke von Redwood City nach Cupertino (ca. 30 km) gefahren wäre, um den iPhone-Prototyp direkt bei Apple abzugeben. Ein Finderlohn wäre ihm wohl sicher gewesen. Ebenso hätte sich wahrscheinlich Apple-Chef Steve Jobs persönlich die Zeit genommen, um Hogan zu danken. So landet der Fall wahrscheinlich früher oder später vor Gericht.

0 Kommentare zu diesem Artikel
179110