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Piraten bauen kostenlosen App Store

Eine kostenlose Software fürs iPhone entfernt mit wenigen Klicks den Kopierschutz von Programmen aus dem App Store. In den ersten drei Tagen wurde sie 20.000 Mal heruntergeladen, einige Nutzer bauen nun einen kostenlosen App Store auf.

Eine neue Software könnte das Geschäftsmodell von Apple und vielen Programmierern für das iPhone durcheinanderbringen. Die gerade veröffentlichte Applikation Crackulous entfernt den Kopierschutz von gekaufter Software, so dass sie sich kostenlos auf weiteren iPhones mit Jailbreak installieren lässt. Bisher sind die Programme im App Store mit einem Kopierschutz versehen, genau wie die Musik bei iTunes. Erste Software-Piraten haben jetzt ihre eigene Plattform für Downloads aufgebaut.

Dort sollen Nutzer von Crackulous ihre geknackte Software hochladen, damit eine originalgetreue Kostenlos-Kopie des App Store von Apple entsteht. In den ersten drei Tagen haben mehr als 20.000 Nutzer Crackulous heruntergeladen, berichten die Entwickler stolz auf ihrer Website. In einem Forenbeitrag beschweren sich die Programmierer, dass sie selbst Opfer von Betrug wurden. Ihren Kopierschutzknacker geben sie gratis ab. Dennoch eröffnete ein frecher Trittbrettfahrer eine Website mit dem Domain-Namen Crackulous, wo er die Software für 10 Dollar verkauft. Um seine Kunden zu verwirren, bezeichnet er die Gratisversion als "Virus, der alle Passwörter stehlen" kann.

Schon im November musste der Autor der Software mit ansehen, dass jemand Crackulous im Internet veröffentlichte, bevor er die Programmierung beendet hatte. Er fand das "absolut eklig und regelrecht beleidigend". Es herrschen rauhe Sitten und die Argumentationen klingen oft verlogen. Die Betreiber des kostenlosen Download-Angebotes bezeichnen ihre Website als Service für die Kunden. Apple würde viele nutzlose und schlecht programmierte Programme in den App Store aufnehmen, die man erst nach dem Bezahlen erkennt.

Ihre "unlimitierten Vollversionen" sollen vor solchen Fehlkäufen schützen, danach könne man das Programm immer noch kaufen. Wer sich darauf einlässt, muss aber bedenken, dass manche iPhone-Programme "nach Hause telefonieren". Sie melden Daten an die Server der Entwickler und Raubkopien können schnell erkannt werden. Die meisten Programme sind sowieso sehr billig, aber der Rekordhalter I am Rich kostete 800 Euro. Apple soll außerdem an einem Premium-Bereich für den App Store arbeiten, der mit besonders begehrten Spielen für 20 Dollar bestückt wird.

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