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Apple verzichtet auf Geheimhaltung

02.10.2008 | 13:49 Uhr |

Nach heftiger Kritik hebt Apple die Verschwiegenheitsklausel für iPhone-Entwickler auf. Künftig dürfen sie sich untereinander über veröffentliche Software austauschen.

In einer Nachricht auf der Entwickler-Webseite ließ Apple durchblicken, dass man mit der Rücknahme der NDA (Non-Disclosure Agreement) auf Kritik reagiere, dass iPhone-Entwickler auch nach abgeschlossener Arbeit an ihrer Software mundtot gemacht werden. Erst vergangene Woche waren die Proteste neu aufgeflammt, weil Apple erklärte, dass jegliche Kommunikation unter die Geheimhaltungsvereinbarung falle – auch schriftliche Absagen, wenn eine Anwendung nicht in die Vertriebsplattform App Store aufgenommen wird.

Das Unternehmen erklärte, man habe die NDA eingeführt, weil das iPhone-Betriebssystem viele Apple-Erfindungen und -Innovationen enthalte, die es vor Diebstahl zu schützen gilt. Allerdings habe die Verschwiegenheitsklausel die Arbeit von Entwicklern, Autoren und allen, die das iPhone voranbringen wollen, erschwert. Deshalb verzichte man für veröffentliche Software auf die Geheimhaltungsvereinbarung. In rund einer Woche sollen die Entwickler die überarbeitete Vereinbarung erhalten. Für unveröffentlichte Programme und Funktionen bleibe die NDA aber bestehen.

Ob die neuen Regeln auch für iPhone-Anwendungen gelten, die nicht in den App Store aufgenommen werden, sagte das Unternehmen nicht. Für Entwickler wäre aber wichtig zu wissen, ob und in welchen Umfang sie über die Ablehnungsgründe diskutieren dürfen. Vergangene Woche zog zum Beispiel iPhone-Entwickler Alex Sokirynsky einen Blogeintrag zurück, in dem er sich darüber beschwert hatte, dass Apple seinen Entwickler-Account gesperrt hatte. Die Vermutung lag nahe, dass Sokirynsky den Eintrag wegen der NDA gelöscht hat.

Sokirynskys war bekannt geworden, weil er verraten hatte, weshalb Apple seine Software Podcaster nicht in den App Store aufnahm. Da die Anwendung das Verbreiten von Podcasts ermögliche, überschneide sich ihr Einsatzzweck mit Apples iTunes .

Der Fall hatte andere Entwickler gegen das Unternehmen aufgebracht. Fraser Speirs beispielsweise forderte Apple auf, klare Regeln für die Aufnahme einer Software in den App Store zu erstellen. Die Entscheidung von Apple, die NDA aufzuheben, nahm er nun mit Beifall auf. „Das ist Apple, so wie ich es kenne und liebe“, erklärte er in einer Twitter-Nachricht. Jetzt fehle nur noch eine Vorabprüfung der Software in der Konzeptphase und die Zukunft sei rosig.

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