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Sicherheitslücke entlastet angeblichen Vergewaltiger

In Sydney wurde der Vorwurf der Vergewaltigung gegen einen Mann fallengelassen, nachdem gelöschte Nachrichten aus seinem iPhone 3GS wieder hergestellt werden konnten.

Das schreibt der Sydney Morning Herald. Sie bewiesen, dass die 18-jährige, die den wohlhabenden älteren Mann angezeigt hatte, ein Verhältnis mit ihm hatte. "Nochmal danke für den wundervollen Tag! Süße Träume, ich vermisse dich!" lautete eine Textnachricht vom 24.07.2009, an dem die angebliche Vergewaltigung stattgefunden haben soll.

Bis zu den schwerwiegenden Vorwürfen hatte der Hundezüchter und Geschäftsmann nebenbei bei der katholischen Kirche gearbeitet und dort mehr als 100.000 australische Dollar, umgerechnet etwa 70.000 Euro in drei Jahren verdient. Durch die Anzeige verlor er diesen Job und durfte die Kirche nicht einmal mehr zum Beten betreten. Die Polizei beschlagnahmte außerdem einen Zucht-Schäferhund im Wert von 20.000 Dollar als Beweismaterial und das Ansehen des Angeklagten wurde wegen des angeblichen Vergehens zerstört.

Sein Anwalt beauftragte den Überwachungsspezialisten Gary Coulthart, verloren geglaubte Daten aus dem Handy des Angeklagten zu retten. Der ehemalige Polizist einer Spezialeinheit konnte mehr als 300 gelöschte Nachrichten und Anrufprotokolle aus dem Speicher des Apple-Handys wiederherstellen. Mit deren Hilfe wies der Anwalt eine dreimonatige Beziehung zwischen dem vermeintlichen Opfer und seinem angeblichen Peiniger nach.

Mit dem sogenannten Keylogger merkt sich das iPhone jeden Tastendruck und erstellt außerdem ständig Screenshots, so können Texte, aber auch Geodaten aus Fotos noch bis zu 12 Monate nach ihrer Löschung ausgelesen werden. Die Anklage wurde fallen gelassen und die junge Frau zur Zahlung von über 30.000 australischen Dollar Prozesskosten verdonnert. Der zu Unrecht Beklagte überlegt jetzt zivilrechtliche Schritte gegen Polizei, Kirche und Klägerin.

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