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China-Absatz kommt langsam in die Gänge

13.12.2009 | 14:37 Uhr |

Der anfangs schleppende Marktstart des Apple-Lifestyle-Handys iPhone in China gewinnt nun doch langsam an Fahrt. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf aktuelle Absatzzahlen schreibt, hat man seit dem offiziellen Vertrieb am 30. Oktober mehr als 100.000 Geräte verkaufen können.

Trotz sich allmählich bessernder Absatzzahlen bleibt der chinesische Markt, von der Zahl der mobilen Kunden der größte weltweit, hinter dem der Vereinigten Staaten zurück. Der Vergleich der Verkaufszahlen des iPhones in den USA zeigt die schwache Marktdynamik in China. In den ersten 30 Stunden nach dem Start der ersten iPhone-Generation 2007 gingen in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten rund 270.000 Geräte über die Ladentische. Die Neuauflage iPhone 3GS verkaufte sich in den USA und Europa nach drei Tagen mehr als eine Mio. Mal. In China dagegen geriet man anfangs extrem ins Stocken. So teilte der zweitgrößte chinesische Mobilfunk-Carrier China Unicom am 3. November mit, lediglich 5.000 Apple-Geräte verkauft zu haben. "Ein Hauptgrund für die enttäuschenden Absatzzahlen ist der im Verhältnis zum Einkommen der Menschen hohe Verkaufspreis. Wenn Apple mit seinen Kooperationspartnern in China in Zukunft mehr Umsatz will, muss man an der Preisschraube drehen", unterstreicht Torsten J. Gerpott, Lehrstuhlinhaber des Department of Technology and Operations Management an der Mercator School of Management , auf Nachfrage von pressetext.

Diese Kritik ist berechtigt. Zwischen 730 und 1.020 Dollar wollen Apple und Unicom für das Gerät - und das, obwohl darin die Kosten für mobile Services nicht inkludiert sind. Angesichts der teuren Preise blüht der chinesische Schwarzmarkt. Mittlerweile wird vermutet, dass dort bis zu zwei Mio. iPhones gehandelt werden. Als weiteres Hindernis dürfte sich auch der Umstand gestalten, dass bei der chinesischen Variante des iPhones kein WLAN integriert ist. Das war nötig geworden, um Behördenauflagen zu erfüllen. "Das ist ein Nachteil, denn oft macht die Möglichkeit der Nutzung eines Hotspots Geräte erst attraktiv", erläutert Gerpott im pressetext-Gespräch. Chinesischen Brancheninsidern nach nutzen viele iPhone-Besitzer, die auf dem Schwarzmarkt eingekauft haben, zunehmend 3G-unterstützte Services von Unicom.

(pte)

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