215100

80 Prozent der Apps bleiben erfolglos

08.11.2009 | 15:54 Uhr |

Erst am Mittwoch hat Apple die Öffentlichkeit wissen lassen, dass nunmehr bereits über 100.000 Applikationen im iTunes App Sore verfügbar sind. Doch wieviele davon haben Erfolg?

Während der Computerkonzern aus Cupertino von einem neuen Meilenstein spricht und sich überzeugt gibt, dass das Programmangebot für iPhone und iPod touch auch weiterhin rasant anwachsen wird, zeigen aktuelle Daten des US-Unternehmens AppsFire die Schattenseite dieser Entwicklung. Demnach bleiben 80 Prozent der verfügbaren Apps im Store von den Usern vollkommen unbeachtet und werden kaum jemals auf einem Apple-Gerät installiert. "Natürlich ist die Erreichung der 100.000er-Marke eine fantastische Leistung. Was Apple in seinen PR-Meldungen aber gekonnt ausklammert, ist die Tatsache, dass die große Mehrheit der angebotenen Applikationen erfolglos bleibt", schreibt das AppsFire-Team auf dem offiziellen Unternehmensblog. Die Analyse der User-Daten von iPhone- und iPod-touch-Besitzern habe in dieser Hinsicht eindeutige Beweise zu Tage gefördert. "Unsere Ergebnisse bestätigen, dass der App Store nur für einige wenige Hit-Programme gut funktioniert. Der Rest bekommt von diesem Erfolg aber nichts zu spüren", so die AppsFire-Experten.

Der Untersuchung des US-Unternehmens zufolge werden lediglich 20 Prozent der insgesamt mehr als 100.000 App-Store-Applikationen auch tatsächlich verwendet. Das bedeutet, dass sie von den Nutzern auf einem Apple-Endgerät installiert und zumindest für einen gewissen Mindestzeitraum behalten worden sind. "Diese Zahl wird vielleicht noch ansteigen, ist aber ein klarer Indikator für das Aufmerksamkeitsproblem der Mehrheit der Apps", betont AppsFire.

Hinzu komme die dramatische Erkenntnis, dass es auch von den installierten Applikationen nur einem sehr kleinen Bruchteil gelingt, das Interesse von mehr als 50 Prozent der iPhone- oder iPod-touch-Besitzer zu erwecken. Hit-Programme wie "Facebook" oder "Shazam", die es über die Grenzmarke von 1.000 Installationen schaffen, würden insgesamt gesehen nur rund zwei Prozent des App-Store-Angebots ausmachen.

Daran, dass der Hype um das App-Store-Phänomen im Mobilfunk noch längere Zeit andauern wird, können die aktuellen AppsFire-Ergebnisse aber wohl nichts ändern. "Ich gehe mit Sicherheit davon aus, dass die Bedeutung des App-Store-Marktes künftig noch weiter zunehmen wird", bestätigt Rafaela Möhl vom Online-Handytarif-Berater Teltarif , auf Nachfrage von pressetext.

Die enorme Beliebtheit der kleinen Programme sei darin begründet, dass sie es den Usern ermöglichen, das Handy an die eigenen Bedürfnisse und Interessen anzupassen und es so zu individualisieren. "So zahlreich die Hobbys und Interessen der Handynutzer sind, so zahlreich sind auch die verfügbaren Programme. In Zukunft werden Apps aber sicher nicht nur auf dem Handy, sondern auch auf anderen Geräten, wie etwa dem Fernseher, installiert und genutzt werden", so Möhl abschließend. (pte)

0 Kommentare zu diesem Artikel
215100