248587

Chipsatz könnte Rückrufaktion verursachen

Viele iPhone-Besitzer klagen über ein langsames iPhone. Statt mit 3G-Geschwindigkeit durch das Internet zu düsen, kämpfen sie mit Verbindungsabbrüchen und anscheinend lückenhafter Netzabdeckung. Ein Blogger hat jetzt in einem Video die Werbeversprechen von Apple mit der Realität verglichen und entlarvt. Doch vielleicht liegt die Schuld gar nicht bei den Netzbetreibern, sondern an einem unausgereiften Chipsatz.

Offenbar sind viele iPhone-Nutzer doch nicht so schnell im Internet unterwegs, wie es die Werbung verspricht. Immer häufiger klagen die Besitzer über Gesprächsabbrüche und einem plötzlichen Verlust von 3G. Besonders häufig trifft es die Kunden des amerikanischen Netzbetreibers AT&T, doch auch aus anderen Ländern kommen Beschwerden. Apple verweist auf die Mobilfunkanbieter, deren Netzabdeckung mit UMTS und HSDPA immer noch lückenhaft ist, gerade in den USA.

Doch wie es scheint, lässt das iPhone seine Nutzer auch in solchen Gebieten warten, die gut mit UMTS versorgt sind. Der Blogger Rob Reed hat das Werbevideo für Apples Smartphone nun in Boston mit der Wirklichkeit verglichen. Er begab sich dafür ins Zentrum der Stadt, das der Netzbetreiber AT&T laut Abdeckungskarte vollständig mit 3G versorgt. Reed rief dort dieselben Anwendungen und Webseiten auf, mit denen Apple die Geschwindigkeit seines Smartphones bewirbt, und filmte davon ein Video für YouTube. Das Ergebnis des Feldversuchs: In Wirklichkeit dauert alles viermal so lang wie in der Werbung.

Die Netzbetreiber weisen jede Schuld von sich. Das IT-Magazin silicon.de berichtet, dass eine Sprecherin von T-Mobile Niederlande zu den Beschwerden Stellung genommen hat und die Vorwürfe an Apple verweist. Die Probleme seien nicht durch das Netz verursacht, sondern durch das iPhone. Oft würde angegeben, dass die Geräte auch dort keinen Empfang haben, wo UMTS eigentlich zur Verfügung steht. Mit anderen Handys könnten die Kunden an denselben Orten sehr wohl im 3G-Netz surfen, fasst sie die Beschwerden aus verschiedenen Support-Foren von Apple zusammen.

Gestützt wird ihre Aussage durch Richard Windsor, einen Analysten von Normura-Securities. Die Probleme beim iPhone würden ihn an 3G-Handys aus der ersten Generation erinnern. Sie seien typisch für ein unreifes Chipset und fehlerbehaftete Funkprotokolle. Er sei sich so gut wie sicher, dass Infineon den UMTS-Chip für das Touchscreen-Handy liefere. Deren Lösung sei nicht praxisbewehrt. Falls wirklich der Chipsatz die Probleme verursacht, könnte das eine großangelegte Rückrufaktion für Apple bedeuten. Ein Softwareupdate würde den Fehler wahrscheinlich nicht beheben. Windsor schränkt aber ein, dass dieses Problem vielleicht auch nur einzelne Chargen aus der Produktion betrifft.

powered by AreaMobile

0 Kommentare zu diesem Artikel
248587