16.01.2012, 09:47

Hans-Christian Dirscherl

iPad- und iPhone-Produzenten

Apple räumt Missstände bei Zulieferfirmen ein

Auch das iPad 2 wird in China gefertigt ©Apple

Apple hat erstmals die Namen seiner Zulieferfirmen genannt. Zudem räumte Apple erhebliche Missstände bei den Arbeitsbedingungen der Zulieferer ein.
Die Arbeitsbedingungen bei den meist in Asien beheimateten Zulieferfirmen für die großen westlichen IT-Konzerne stehen immer wieder in der Kritik. Bei Foxconn, einem der bekanntesten Produzenten beispielsweise für Apple und Microsoft, begingen wiederholt Mitarbeiter Selbstmord, weil sie die Arbeitsbedingungen nicht mehr ertrugen. Zuletzt drohten Foxconn-Mitarbeiter sogar mit Massenselbstmord.
Apple hat jetzt nach einem Bericht von Reuters Probleme bei seinen Zulieferfirmen eingeräumt und eine Liste der Unternehmen veröffentlicht, die für Apple Teile oder ganze Geräte produzieren. Dieser Vorgang ist in der von Geheimniskrämerei geprägten Branche sehr ungewöhnlich.

Durch Transparenz Sympathie-Punkte sammeln

Apple will mit seinem Vorgehen ganz offensichtlich die Kritik entkräften, dass es nicht daran interessiert sei, unter welchen Umständen seine iPads und iPhones hergestellt werden würden.
Insgesamt arbeiten demnach 156 Firmen für Apple, die 97 Prozent seiner Zulieferteile produzieren; einen Auszug aus dieser Liste finden Sie hier bei Reuters. Unter den Zulieferfirmen befinden sich neben dem bereits erwähnten  Foxconn auch Hon Hai Precision Industry Co Ltd und  vor allem auch Samsung (das beispielsweise Prozessoren an Apple liefert).
Apple teilte ferner mit, dass es sechs aktuelle und 13 bereits zurück liegende Fälle von Kinderarbeit bei seinen Zulieferern entdeckt habe. Kein einziger Fall von Kinderarbeit sei aber bei Unternehmen bekannt geworden, die für Apple abschließend Geräte fertig stelle. Apple betont, dass es seine Auflagen für die Zulieferfirmen stets verschärfen würde. Apple würde es seinen Zulieferern jedes Jahr etwas schwerer machen die strengen Auflagen zum Schutz der Arbeiter zu erfüllen. Das würde dazu führen, dass die Arbeiter besser behandelt würden.

Ausstehende Gehälter, Umweltverschmutzung

Zu den von Apple entdeckten Missständen gehören ausstehende beziehungsweise vorenthaltene Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen in den Fabriken in China. Oft würde die vorgegebene maximale Arbeitszeit von 60 Stunden pro Woche überschritten. Außerdem kritisiert Apple, dass die Fabriken der Zulieferfirmen mitunter erheblich die Umwelt belasten würden und zum Beispiel die Wasserversorgung benachbarter landwirtschaftlicher Betriebe beeinträchtigen. Bei welchen Zulieferfirmen konkret welche Missstände aufgedeckt wurden, sagte Apple allerdings nicht. 

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