iCloud feiert Erfolg

Apple-Chef Tim Cook über iCloud, iPhone, iPad und Kinderarbeit

Mittwoch, 15.02.2012 | 15:39 von Panagiotis Kolokythas
Apple-Chef Tim Cook
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Der Cloud-Dienst von Apple hat laut Angaben von Apple-Chef Tim Cook bereits über 100 Millionen Anwender. Erfolge hat Apple aber auch weiterhin beim iPad und iPhone vorzuweisen.
In einer Rede auf der Goldman Sachs Technology Conference hat Apple-Chef Tim Cook bekannt gegeben, dass der im Oktober 2011 gestartete Cloud-Dienst iCloud bereits über 100 Millionen Nutzer hat. "Das ist unglaublich", sagte Cook und wies darauf hin, dass iCloud kein Produkt mit einer Lebensdauer von wenigen Jahren sei, sondern Teil einer Strategie für das gesamte Jahrzehnt und darüber hinaus.

Enormes Potential nach oben sieht Tim Cook auch weiterhin beim iPhone, obwohl Apple im vergangenen Quartal die enorme Zahl von 37 Millionen iPhones verkaufen konnte. "So wie ich das sehe, repräsentieren die 37 Millionen im letzten Quartal rund 24 Prozent des gesamten Smartphone-Markts. Es gibt also 3 von 4 Leuten die etwas anderes kaufen", sagte Tim Cook.

Einen enormen Erfolg feiert Apple auch mit dem iPad, dass sich bisher über 55 Millionen Mal verkauft hat. Der Erfolg des iPads, so Tim Cook, basiere auch auf der Vorarbeit, die Apple in den Jahren zuvor geleistet habe. So haben bei der Veröffentlichung des iPads bereits der iTunes Store und der App Store existiert und die Menschen seien bereits durch das iPhone "trainiert" worden und ihnen sei dadurch bereits beispielsweise das Konzept von Multitouch bekannt gewesen. "Ich habe meiner Mutter eines gegeben und sie wusste, wie man es bedienen muss, weil sie die Werbeclip gesehen hatte", so Cook und fügte hinzu: "Es ist fantastisch zu sehen, wie dieses Produkt so viele Menschen erobert hat. Meine Mutter nutzt es, mein 7-jähriger Neffe nutzt es, jeder im Starbucks hat es und es wird ebenso im Bildungsbereich wie im Geschäftsbereich eingesetzt."

Darauf angesprochen, wieso es die Tablet-Konkurrenz so schwer hat, betonte Cook, dass der Preis nicht der wichtigste Punkt sei. Ein niedriger Preis sorge zwar für einige Verkäufe, wenn man das Gerät dann aber daheim auspacke und nutze, sei die Freude schnell verflogen. Mit der Zeit würde ein solches Gerät dann immer weniger im Alltag genutzt, bis schließlich der Hass auf das Gerät überwiege. Die Konkurrenz habe als Antwort auf das iPad 1 und iPad 2 über 100 verschiedene Tablets im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht.

Apple könne für das iPad aber beispielsweise über 170.000 Apps vorweisen, während das Angebot für die anderen Plattformen eher bescheiden sei. "Am Ende des Tages wollen die Menschen ein großartiges Produkt", sagte Cook und räumte aber ein, dass Amazon mit seinem Tablet-PC ein ganz anderer Konkurrent mit ganz anderen Stärken sei, dem es gelungen sei, eine große Anzahl von Geräten zu verkaufen. Innovation und das Durchbrechen der nächsten Grenze wird laut Cook für einen weiteren Antrieb auf den Tablet-PC-Markt sorgen. "Wir werden gegen jeden konkurrieren. Ich liebe den Wettbewerb. So lange die Leute ihre eigenen Sachen erfinden, liebe ich den Wettbewerb", sagte Cook.

Auch auf die oft kritisierten Arbeitsbedingungen bei den Vertragsherstellern in China ging Apple-Chef Tim Cook ein. "Keiner in der Industrie tut mehr als Apple, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern", sagte Cook. Alle Vertragshersteller würden kontinuierlich überprüft, um Probleme schnell zu entdecken und beseitigen zu können. "Wir sind davon überzeugt, dass Kinderarbeit abscheulich ist und sie ist extremst selten in unserer Zuliefererkette. Unsere Top-Priorität ist es, sie vollständig zu vernichten", betonte Cook. Bei der finalen Fertigung sei Kinderarbeit bereits beseitigt und nun arbeite Apple daran, sie auch weiter unten in der Zuliefererkette zu beseitigen. Cook: "Wenn wir einen Zulieferer entdecken, der absichtlich minderjährige Arbeiter beschäftigt, dann ist ein Grund ihn zu feuern."

Den Bereich Sicherheit in den Werken nimmt Apple laut Cook ebenfalls sehr ernst. Experten würden dafür sorgen, dass Sicherheitsprobleme sofort beseitigt werden. "Wenn etwa ein Feuerlöscher in einer Cafeteria fehlt, dann kommt das betreffende Werk nicht durch die Inspektion, solange dieser Feuerlöscher nicht an seinem Platz ist", nennt Cook als Beispiel.

Die von Apple aufgestellten Verhaltensregeln würden außerdem vorsehen, dass Arbeiter maximal 60 Stunden pro Woche arbeiten dürfen. Nachdem es Verstöße gegen diese Regel gegeben habe, habe Apple die Überwachung noch weiter verstärkt. So habe Apple im Januar festgestellt, dass bei den über 500.000 Arbeitern in den Herstellungswerken bei rund 84 Prozent die Regeln eingehalten werden. Ziel sei es nun, die Rate noch weiter zu verbessern, wobei Apple auf seiner Website monatlich die Fortschritte veröffentlicht, um eine Transparenz zu schaffen.

Mittwoch, 15.02.2012 | 15:39 von Panagiotis Kolokythas
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