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Mit Handy und Navi auf Mitfahrersuche

05.09.2009 | 15:16 Uhr |

Sprachsteuerung, Cloud Computing oder Medienpersonalisierung - Einen Blick auf die potenziellen Technologien der Zukunft bietet die IFA-Innovationsplattform TecWatch. "Wir haben versucht, die TecWatch insbesondere auf Messebesucher mit wenig Zeit aber viel Entscheidungsbefugnis auszurichten", erklärt Mitorganisator Wolfgang Tunze bei der Eröffnungsrede. So wurden spezielle Führungen für VIP-Gäste eingerichtet. Neu mit an Bord der Technologieschau sind Aussteller aus dem Bereich der industriellen Forschung, etwa IBM oder Samsung, sowie Hausgeräte. Viele der innovativen Projekte, die von deutschen Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer präsentiert werden, sind aber auf der Suche nach Investoren oder Partnern aus der Industrie.

"Eine der charmanten Ideen der diesjährigen TecWatch ist für mich die mobile Mitfahrzentrale flinc", sagt Tunze gegenüber pressetext. Das Projekt der Hochschule Darmstadt ist ein System zur orts- und zeitunabhängigen Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten, das Handys und Navigationssoftware miteinander verknüpft. Der Mitfahrer hat so die Möglichkeit, sein Gesuch via Handy aufzugeben. Der Fahrer wird per Navigationsgerät an den gewünschten Abholpunkt geleitet. Besonderer Vorteil: Der Bezahlvorgang bei flinc funktioniert automatisiert per Monatsende. Sowohl das Aushandeln der Preise als auch das Mitführen von Kleingeld sind in Zukunft nicht mehr nötig.

"Wir haben das Projekt vor eineinhalb Jahren gestartet. In spätestens zwei Jahren soll flinc erfolgreich sein", prognostiziert Benjamin Kirschner, Mitarbeiter am flinc-Projekt, im Gespräch mit pressetext. "Derzeit sind wir aber noch auf der Suche nach Investoren." Als Hürde bei der Eroberung des Massenmarktes sieht Kirschner derzeit noch den Respekt vor fremden Mitfahrern. Dieser Angst soll mithilfe eines Ratingsystems für Fahrer und Mitfahrer begegnet werden. Außerdem wollen die flinc-Macher zu Beginn verstärkt Carpools auf das Angebot aufmerksam machen. Punkten kann flinc mit dem Preisfaktor. "Die Mobilitätskosten werden weiter steigen. Eine mobile Mitfahrgelegenheit ist auch auf kürzeren Strecken wesentlich günstiger als ein Taxi und kann in manchen Bereichen durchaus mit den Bus-Preisen mithalten", betont Kirschner gegenüber pressetext.

Die Wirtschaftskrise hat in diesem Jahr jedoch auch vor der TecWatch nicht Halt gemacht. "Einige internationale Aussteller mussten absagen", so Tunze. Nicht dabei seien etwa interessante Technologien der Zukunft wie die Übertragung hochauflösender Bilder durch den Raum. Zudem hätten auch Standardisierungsinstitute oder Chiphersteller ihren Auftritt in den TecWatch-Hallen verschieben müssen. "Wir rechnen aber damit, dass viele dafür im nächsten Jahr wieder mit dabei sind", so Tunze gegenüber pressetext. Heute, Samstag, bietet die TecWatch im Rahmen eines Schülertags übrigens den Forschern von morgen einen Einblick in die neuesten Technologien. (pte)

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