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eco-Verband sieht Fundament des offenen Web gefährdet

17.03.2007 | 14:41 Uhr |

Die ursprüngliche Internet-Kultur des „Gebens und Nehmens“ wird mit dem großen Internet-Boom der vergangen Jahre immer mehr in Frage gestellt. Nun sollen Inhalte- und Diensteanbieter wie Amazon und Google von Netzbetreibern wie AT&T oder der Deutschen Telekom zur Kasse gebeten werden.

Dadurch sieht der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco vor allem die Aktivitäten der kleinen Unternehmen bedroht. „Die Webgrößen wie Google und eBay können es sich noch leisten, das von den Netzanbietern verlangte Geld auf den Tisch zu legen oder ein eigenes Netzwerk aufzubauen“, sagte eco-Geschäftsführer Harald Summa auf der CeBIT in Hannover. „Diese Möglichkeiten haben kleinere Inhalte-Anbieter nicht - und sind beim Fortschreiten dieser Entwicklung vom Aussterben bedroht.“

Die Debatte um die so genannte „Net Neutrality“ tobt in den USA schon seit mehreren Monaten und könnte sich sogar zu einem wichtigen Thema im US-Präsidentschaftswahlkampf entwickeln. In Deutschland muss sich vor allem die EU-Kommission der Kritik der Internet-Wirtschaft stellen. Zu naiv gehe man davon aus, dass der Wettbewerb zwischen den Netzwerkbetreibern den Zugang zu Amazon und Co. Schon nicht blockieren werde.

Auch um wichtige Sicherheitsthemen sorgt sich der eco-Verband. Beispielsweise bleibe das Massenphänomen „Spam“ weiterhin ungelöst. Mit diesen Bedenken ist der Verband auf der CeBIT nicht allein. „ Wenn das Wachstum bei Computerviren und anderen Schadensprogrammen in diesem Tempo weitergeht, könnte unsere gesamte Branche dieser Flut irgendwann nicht mehr standhalten“, mahnte der angesehene russische IT-Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky in Hannover.

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