1297156

eTicket: Großprojekt für 13 Millionen Bürger gestartet

27.04.2007 | 16:23 Uhr

13 Millionen Bürger können nun ihre Bahn- und Bustickets mit dem Handy kaufen.

Elf deutsche Nahverkehrsregionen haben gemeinsam das Großprojekt "HandyTicket" mit dem Ziel gestartet, Fahrscheine für Bus und Bahn mit dem Mobiltelefon bezahlen zu können. Zusammen mit mehreren Verkehrsunternehmen und -verbünden haben Siemens IT Solutions und Services, das Fraunhofer Institut VI sowie die DVBLogPay unter Federführung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen VDV ein HandyTicket-System entwickelt. Um die Akzeptanz bei den Kunden zu ermitteln, läuft innerhalb der nächsten zwei Jahre in elf Großstädten und Nahverkehrsregionen ein weitflächiges Projekt.

In Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Essen, Hamburg, Lübeck, Nürnberg, Oberlausitz-Niederschlesien, Ulm, Vogtland und Wuppertal können die Fahrgäste ab jetzt über ihr Handy Einzel- und Tageskarten kaufen. Dabei sind sie nicht an die Heimatregion gebunden, sondern können auch in allen anderen beteiligten Regionen Tickets erwerben. "So kann man bei einer Reise in andere Tarifgebiete sein Tagesticket schon bequem von zu Hause aus kaufen", meint VDV-Präsident Günter Elste.

Die technische Projektleitung führte Siemens IT Solutions und Services gemeinsam mit ihrem Tochter-Unternehmen HanseCom und stellt die Lösung für den mobilen Ticketerwerb bereit. Die Zahlungsabwicklung übernimmt der Finanzdienstleister DVBLogPay. Maßgeblich beteiligt an der Gesamtkonzeption war das IVI in Dresden, die Fraunhofer-Forscher entwickelten eine Software, die die verschiedenen Beförderungstarife und Fahrplanauskünfte - diese zunächst nur in Hamburg und Nürnberg - einbindet. "Durch das Zusammenwirken von Wissenschaft, Industrie sowie Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünden ist eine Handyticket-Lösung entstanden, die nicht zuletzt durch ihre bundesweite Nutzbarkeit neue Maßstäbe setzt", erklärt Torsten Gründel, Leiter der Forschungsgruppe Ticketing am IVI.

Über die Internetseite www.dashandyticket.de meldet sich der Nutzer bei einem der beteiligten Verkehrsverbünde für das Verfahren an und wählt die gewünschte Zahlungsmethode. Nach der Registrierung lädt sich der Kunde per SMS ein kleines Java-Programm aufs Handy, womit er Fahrkarten für alle elf Tarifgebiete auswählen, bestellen und bezahlen kann. Zusätzlich bieten einige der Regionen ihre jeweiligen Handytickets auch per SMS an. Kommt der Kontrolleur, zeigt ihm der Fahrgast das gespeicherte Ticket über das Display. Der Personalausweis oder die Angabe der eigenen Handy-Nummer genügt, um das Ticket bei einer Kontrolle gültig zu machen.

Auf der CeBIT 2007 hatte die Deutsche Bahn in Zusammenarbeit mit Vodafone das System " Touch&Travel " vorgestellt, das im kommenden Jahr Marktreife erlangen soll. Die Lösung lasse sich im Fern-, Regional- und Stadtverkehr einsetzen. Dieses Jahr startet auf der ICE-Stecke Berlin-Hannover, einem Teilnetz der Berliner S-Bahn sowie im gesamten innerstädtischen Nahverkehr von Potsdam ein erster Praxistest.

powered by AreaMobile

0 Kommentare zu diesem Artikel
1297156