71422

Geoportale für die Tourismusbranche

01.10.2008 | 09:13 Uhr |

Derzeit entstehen einige spannende Geoportale, mit denen sich Touristen bequem von zu Hause aus über die Möglichkeiten am künftigen Urlaubsort informieren können. Als technische Basis dient Microsoft Virtual Earth, das den Erzrivalen Google Maps aus dem Rennen warf.

Es sind in erster Linie die Tourismusverbände aus Bayern, die auf die eContent.Maps/Geoportale der Firma hubermedia GmbH aus dem oberpfälzischen Lam setzen. Die interaktiven Geoportale sollen Urlaubssuchenden einen schnellen und anschaulichen Überblick über Unterkunfts- und Erholungsmöglichkeiten am potenziellen Urlaubsort vermitteln. Außerdem kann man damit virtuell Sehenswürdigkeiten vor Ort besichtigen, Wandertouren ermitteln, Ausschau nach geeigneten Sportaktivitäten halten und spannende Events aufspüren.

Laut hubermedia sollen Hunderte von Geoportalen dieser Art für Franken, Oberbayern, Ostbayern und das Allgäu entstehen. Auch für Österreich existiert bereits ein solches Portal: http://maps.naturfreunde.at . Ein Beispiel mit integrierter JavaScript-API für den Main-Radweg gibt es ebenfalls. Sehenswert ist auch die Lösung für die Ferienregion Bayerischer Wald . Weitere Beispiele für derartige Geoportale sind: http://www.rinchnach.de , http://www.tourismus-straubing-bogen.de/regionskarte/ und http://www.arberregion.de . Der Tourismusverband Ostbayern e.V. stellt die interaktive Karte für den Bayerischen Wald interessierten Unternehmen wie beispielsweise Pensionen und Gasthäusern kostenlos zur Integration in deren Webauftritte zur Verfügung. Voraussetzung: Die Firmen müssen das Logo "Bayerischer Wald" in ihre Website einbinden und auf www.bayerischer-wald.de verlinken. Außerdem muss eine Nutzungsvereinbarung unterschrieben werden.

Für alle diese Portale ist aber eine leistungsfähige Breitbandverbindung erforderlich. Doch selbst bei bester Internetanbindung wird das Nachladen der Daten mitunter zum Geduldsspiel. Die genauen Funktionen variieren zudem von Portal, so kann man beispielsweise teilweise eine 3D-Ansicht nutzen (für die allerdings ein separates Browser-Plugin erforderlich ist). Der Auftraggeber kann festlegen, welche Zusatzinformationen den Nutzern zur Verfügung gestellt werden, so kann man sich beispielsweise beim Main-Radweg Fahrradreparaturwerkstätten anzeigen lassen.

Natürlich interessierten uns die Gründe, weswegen sich das Startup aus dem Bayerischen Wald für Microsoft Virtual Earth als technische Basis entschieden hat. Laut Stefan Huber, Geschäftsführer von hubermedia, habe man verschiedenste Web-Mapping-Anbieter evaluiert. In der "Endausscheidung" waren am Schluss Google Maps, Microsoft Virtual Earth und OpenLayers. Den Ausschlag für Virtual Earth gaben dann laut Huber folgende Gründe:

* Die Tourismusverbände sind gegenüber der Firma Google bezüglich der Art und Weise, wie mit Content umgegangen wird, skeptisch.

* Das Lizenzmodell für die kommerzielle Nutzung von Virtual Earth ist flexibler als das für Google Enterprise Maps. Aufgrund der Größe der verschiedenen Projekte in Bayern war eine kostenfreie Nutzung sowohl bei Microsoft wie auch bei Google nicht möglich. Microsoft machte dann Huber zufolge das bessere Lizenzangebot.

* Die Schrägbilder (BirdView) bei Virtual Earth sind ein echtes Kaufargument. Gerade im Städtetourismus ist diese Darstellungsform ideal.

* Virtual Earth bietet ein 3D-Plugin im Browser an. Der Gast muss also nicht die Webseite der Tourismusregion verlassen um 3D-Modelle zu betrachten. Bei Google geht dies nur über Google Earth.

Microsoft bietet ein besseres B2B-Partnernetzwerk. Bei den Gesprächen mit Google war es laut Huber nicht möglich, schnell und unkompliziert die richtigen Ansprechpartner für den B2B-Bereich zu finden.

0 Kommentare zu diesem Artikel
71422