145463

eBooks: Nach Stagnation geht es wieder aufwärts

Der deutsche Markt für elektronische Bücher gewinnt nach Ansicht des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) wieder an Fahrt. Die Gründe sieht der BVDW in der Medienkompetenz junger Leser und den Neuerungsvorhaben beim Urheberrechtsgesetz.

Die weltweiten Umsätze mit eBooks haben in diesem Jahr deutlich zugelegt. Allein im ersten Quartal stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 28 Prozent. Bei den Stückzahlen beläuft sich die Steigerung gar auf 46 Prozent. Das meldet der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) zum Auftakt der weltgrößten Buchmesse in Frankfurt . Nachdem die elektronischen Bücher den hohen Erwartungen in den zurückliegenden Jahren nicht standhalten konnten, sieht der Verband in diesen Zahlen nun eine Trendwende.

Bereits im vergangenen Jahr konnte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels beobachten, dass die Anzahl der Verlage wächst, die ihre Werke als elektronische Bücher anbieten. Einen Grund sieht der Bundesverband Digitale Wirtschaft in der Nachfrage der jungen Leser. Für sie gehörten die technischen Voraussetzungen zum Alltag. eBooks seien vor allem für unterwegs sehr praktisch, ließen sie sich doch auf kleinen Speichermedien für das Notebook transportieren. Auch über Handhelds könnten digitale Bücher gelesen werden, erklärt Wolfgang Büscher, Leiter des Arbeitskreises Geschäftsmodelle E-Content/E-Services im BVDW.

Trotz steigender Nachfrage schrecken viele Verlage aber noch vor der Veröffentlichung ihrer Flagschiffe zurück. Der Grund: Die Angst vor Raubkopierern geht hier genauso um, wie in der Musikindustrie: "Leider beobachten wir auch in punkto Piraterie gewisse Parallelitäten zur Musikwirtschaft. Zwar bewegt sich die Piraterie bei digitalen Büchern bei weitem nicht auf dem Niveau, aber sie ist verbreitet genug, um den Verlegern Sorgen zu bereiten." erläutert Dr. Kathrin Brunner, Vorsitzende der Fachgruppe E-Content/E-Services, diesen Sachverhalt. Die Verlage setzten daher große Hoffnungen in das Digitale Rechte-Management (DRM), welches durch den sich momentan in der Vorbereitung befindenden "zweiten Korb" des Urheberrechtsgesetzes gestärkt werden soll ( wir berichteten ). Hierdurch könnten neue Distributionskonzepte entstehen, so Brunner, bei denen die eigentlichen Daten ohne Kopierschutz verteilt werden könnten.

0 Kommentare zu diesem Artikel
145463