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debitel: MobileTV übers DMB-Netz

Während noch um eine Einigung im Streit um einen einheitlichen TV-Standard für Handys gerungen wird, feilt der Stuttgarter Provider debitel schon an seiner Produktoffensive. Mit Hilfe des z.B. in Korea ausgiebig getesteten T-DMB-Standards sollen Kunden schon sehr bald zu Flatratetarifen Fernsehprogramme auf ihrem Handy empfangen können.

Nicht nur bei Vodafone ist MobileTV eines der wichtigsten Schlagwörter der diesjährigen CeBIT. Der Stuttgarter Mobilfunkprovider debitel kündigt an, bereits in einigen Wochen nicht IP-basiertes mobiles Fernsehen auf dem deutschen Markt einzuführen. Dabei sollte man das angekündigte Produkt deutlich von Vodafones mittlerweile 30 über UMTS ausgestrahlten MobileTV-Kanälen unterscheiden, denn Debitel setzt auf den "echten" mobilen Fernsehstandard DMB (Digital Media Broadcasting).

Debitel-Kunden sollen ab demnächst eine Auswahl zwischen vier Kanälen treffen können, die rund um die Uhr eine aktuelle Programmmischung aus Nachrichten, Sport und Unterhaltung senden. Hinzu kommen außerdem speziell für DMB gestaltete Hörfunkprogramme und alle Angebote des digitalen Radiostandards DAB.

Den Vorteil gegenüber UMTS-Fernsehen identifizieren die Stuttgarter ganz klar in der Zuverlässigkeit des Dienstes: im Gegensatz zu UMTS und HSDPA stößt DMB auch bei starker Kundennachfrage nicht an Kapazitätsgrenzen und garantiert jedem Zuschauer stets hohe digitale Bild- und Tonqualität. Vodafone ignoriert diesen für UMTS-Netze typischen Makel übrigens nicht ohne Grund: die Auslastung der UMTS-Netze bewegt sich nämlich nach wie vor weit unter dem technisch machbaren - später wären mannigfache Aufrüstungen möglich. Die Kosten für debitels digitales Fernsehangebot sollen über eine Flatrate abgegolten werden. Für eine feste monatliche Pauschale kann man das gesamte Fernsehprogramm rund um die Uhr unbegrenzt nutzen.

"Mobiles Fernsehen bedeutet jederzeit verfügbare Information und Unterhaltung. Spaß macht es aber nur, wenn im Hintergrund kein Gebührenzähler für jedes Byte oder jede Minute tickt", meint Paul A. Stodden, Vorstandsvorsitzender der debitel AG. Das Unternehmen unterstreiche damit überdies seine Stärke in der Vermittlung innovativer und individueller Kommunikationsprodukte sowie seine Kundenorientierung. Dass debitel mit seinem Vorpreschen Sand ins Getriebe der DVB-H Fraktion um T-Mobile, Nokia, Sony Ericsson und letztlich auch Vodafone streut, stört niemanden: der Streit um die Auswahl eines Datenträgers fürs mobile Digital-TV schwelt schon seit Jahren.

Ermöglicht wird die Umsetzung des mobilen digitalen Fernsehprogramms durch debitels Partnerschaft mit der Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH (MFD), die durch ein nationales Expertengremium der Landesmedienanstalten für die DMB-Lizenz empfohlen wurde . In Kooperation mit weiteren Unternehmen wie T-Systems, dem Gerätehersteller Samsung und renommierten Programmlieferanten wollen die Stuttgarter den für manchen Branchenkenner utopischen Starttermin zur Fußball-WM einhalten.

Die Auswahl von DMB-Hardware ist derweil gering; zum Start des mobilen TV-Angebots will debitel Samsungs DMB-Folder SGH-P900 präsentierten, was es zu Europas erstem Mobiltelefon für den Empfang mobiler DMB-Rundfunknetze macht. Achim Tubbesing, General Manager der Telecom Division bei Samsung Deutschland freut sich über die Ankündigung des Providers: "Damit ist Samsung der erste Mobiltelefon-Hersteller, der den europäischen terrestrischen T-DMB-Standard einhält. Natürlich fließen dabei Erfahrungen aus dem Heimatmarkt ein. In Korea hat Samsung im vergangenen Jahr die weltweit ersten DMB-Telefone erfolgreich eingeführt." In Korea sind Übertragungsnetze für T-DMB und satellitengestütztes S-DMB bereits seit über einem Jahr in Betrieb.

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