110026

Zweitmarkt Ebay: Reibach mit Tickets

Konzerte, Fußballkarten, Bahntickets – bei Ebay blüht der Zweithandel. Die Leidtragenden sind nicht nur die Kunden, sondern auch die Unternehmen.

Als heute morgen der Discounter Lidl günstige Bahntickets anbot, waren diese binnen weniger Minuten ausverkauft. Doch nicht jeder stand beim Discounter an, um selbst günstig Bahn zu fahren. „Fast alle haben gleich fünf Stück gekauft“, berichtet eine Lidl-Angestellte aus München – das sei in dieser Filiale die Höchstmenge pro Kunde gewesen. Für manche Kunden ist es wohl einfach ein Happening gewesen – so berichten einige Anwender in ihren Weblogs mit Fotos über die Aktion – für andere stand wohl das Geld verdienen im Vordergrund.

Bereits seit gestern finden sich im Auktionshaus Ebay hunderte von Angeboten , in denen die Tickets – oder gar nur der „Anstehservice“ für heute morgen – angeboten werden. Dabei hatte die Bahn selbst festgelegt, dass die Karten nur personengebunden gekauft werden dürfen und ein Weiterverkauf nicht erlaubt ist. Gleichzeitig hatten sie Ebay bereits gestern um Unterstützung gebeten. „Ja, die Bahn ist an uns herangetreten“, bestätigt Pressesprecherin Maike Fuest. „Wir haben uns dafür entschieden, den Handel nicht zu unterbinden, weil er nicht gegen geltendes Recht verstößt.“

Verständlicherweise hat Ebay wenig Interesse daran, die Auktionen zu unterbinden und den Schacher zu verhindern. Schließlich verdient man am Weiterverkauf der Tickets nicht nur kräftig mit, sondern bleibt auch im Gespräch. Mindestens rund 650 der Lidl-Tickets finden sich am Donnerstag mittag bei Ebay – Tendenz noch immer steigend. Doch noch ein anderer Gesichtspunkt kommt dazu: „Wir wollen unseren Nutzern den Handel mit nahezu allen Dingen ermöglichen, die im Rahmen der in Deutschland geltenden Gesetze handelbar sind“, so Fuest. „Ausnahmen machen wir nur, wenn ethische Wertvorstellungen verletzt werden, etwa bei lebenden Tieren.“

Auch die Bahn , die jetzt mit erhobenem Zeigefinger dasteht und die Kunden darauf hinweist, der Verkauf sei verboten, hat nicht sonderlich viel getan, um den Schacher zu verhindern. So schreibt ein Teilnehmer im Forum von Discountfan.de : „Da Du deinen Namen erst nach dem Kauf und kurz vor Antritt der Reise auf die Karten schreiben musst, ist es ohne Weiteres möglich, die Karten auch weiter zu verkaufen.“ Diesen Umstand führt übrigens auch Ebay in der Begründung an, warum die Auktionen nicht unterbunden werden.

0 Kommentare zu diesem Artikel
110026