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Zuversichtliche IT-Dienstleister treiben den Ifo-Index auf Rekordwert

13.04.2007 | 11:07 Uhr |

Die Geschäfte der IT-Service-Provider laufen sehr gut. Ein Ende des Booms ist nicht absehbar. Die Anbieter suchen Mitarbeiter.

Die deutschen IT-Serviceunternehmen sind mit ihrer aktuellen Lage sehr zufrieden. Im Rahmen der monatlichen Umfrage des Münchner Ifo Instituts äußerten sich 47 Prozent der befragten Unternehmen über die derzeitige Geschäftssituation positiv, nur noch fünf Prozent beklagten schlecht laufende Geschäfte. Damit ergibt sich ein Saldowert von plus 42. Im Februar belief er sich noch auf plus 41 – schon damals konnten sich die Marktforscher über einen neuen Höchststand freuen.

Trotz des bereits hohen Niveaus, auf dem die Anbieter derzeit ihren Geschäften nachgehen, erwarten die Befragten eine weitere Verbesserung. In den kommenden sechs Monaten wird sich nach Einschätzung von 46 Prozent der IT-Dienstleister die Geschäftslage positiv entwickeln, lediglich zwei Prozent erwarten einen negativen Verlauf. Auch hier erreichte der Saldowert mit plus 44 wie bereits im Vormonat einen Höchststand.

Die durchweg positive Stimmung lässt den Ifo-Index auf den neuen Rekordwert von plus 43 Prozentpunkten klettern. Der Ifo-Index ist das arithmetische Mittel aus den Saldowerten der aktuellen und der in den kommenden sechs Monaten erwarteten Geschäftslage. Andere Branchen sprühen zwar auch vor Zuversicht, jedoch nicht in der Dimension der deutschen IT-Dienstleister. Die Ifo-Indizes der gewerblichen Wirtschaft und des verarbeitenden Gewerbes belaufen sich auf plus 14,5 beziehungsweise plus 25,8.

Lediglich die Branche der Personal- und Stellenvermittler sowie der Zeitarbeitsfirmen zeigt noch mehr Zuversicht als die IT-Dienstleister. Der Geschäftsklima-Index in diesem Geschäftszweig kletterte auf plus 59 Prozentpunkt. Hier macht sich bemerkbar, das Unternehmen in nahezu allen Wirtschaftszweigen wieder Mitarbeiter suchen. Erst kürzlich hatte beispielsweise der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) eine Erhebung veröffentlicht, wonach die hiesige Servicebranche 450.000 neuen Stellen schafft .

Die IT-Servicebranche sucht Mitarbeiter: 39 Prozent der Unternehmen will einstellen, zehn Prozent planen Stellenstreichungen. Das ergibt den dargestellten Saldenwert von plus 29 für März 2007. Quelle: Ifo-Institut.
Vergrößern Die IT-Servicebranche sucht Mitarbeiter: 39 Prozent der Unternehmen will einstellen, zehn Prozent planen Stellenstreichungen. Das ergibt den dargestellten Saldenwert von plus 29 für März 2007. Quelle: Ifo-Institut.
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Das bestätigt nun auch die Ifo-Erhebung. Demnach planen 39 Prozent der IT-Dienstleister in den kommenden zwei bis drei Monaten Einstellungen, zehn Prozent wollen ihre Belegschaft reduzieren. Der Rest strebt keine Veränderungen an.

Den hiesigen Anwendern, die Aufträge an die viel beschäftigten IT-Dienstleister vergeben, drohen aber trotz der boomenden Servicebranche kaum höhere Kosten. Befragt danach, wie sich die Preise in den kommenden drei Monaten entwickeln werden, antworteten 14 Prozent der IT-Dienstleister, sie rechnen mit einem für sie positiven Verlauf. Demgegenüber erwarten elf Prozent fallende Preise. Der Rest plant mit Stagnation. (jha)

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