25422

Zune: Microsofts Einschränkungen leicht zu umgehen

27.11.2006 | 16:47 Uhr |

Microsoft bietet den potentiellen iPod-Killer seit einigen Tagen in den USA zum Verkauf an. Der Player hat diverse Einschränkungen, die findige Besitzer des Players aber bereits ausgetrickst haben.

Es hat nicht lange gedauert, da habe pfiffige Besitzer eines Microsofts Zune bereits herausgefunden, wie die teils nervigen Limitierungen des mobilen Players ausgehebelt werden können.

Standardmäßig erkennt Windows den Player nicht als mobilen Datenträger, so dass Anwender nicht einfach Dateien auf den Zune übertragen können, sondern die mitgelieferte Software nutzen müssen. Wer auf die 30 GB große Festplatte des Players allerdings beliebige Dateien ohne Einschränkungen ablegen möchte, der muss lediglich ein paar Änderungen in der Windows-Registry vornehmen, die dieser Anleitung auf einer Fan-Zune-Site zu entnehmen sind. Anschließend wird der Zune im Windows Explorer gelistet, allerdings ohne Laufwerksbuchstaben - was aber zu verschmerzen ist. Schließlich können jetzt alle anderen gewünschten Dateien auf den Player transferiert werden. Der Zune mutiert damit zur externen Festplatte.

Eine weitere Einschränkung ist die integrierte WLAN-Funktion des Players: Die erlaubt es Zune-Besitzern zwar Inhalte direkt von Gerät zu Gerät auszutauschen, im Falle von beispielsweise Musikdateien werden die Inhalte aber automatisch zu DRM-geschützten Dateien. Sprich: Wer eine DRM-freie MP3-Datei an seinen Freund weitergeben möchte, ohne den PC bemühen zu müssen, schaut in die Röhre. Der Freund erhält nur eine DRM-geschützte Musikdatei, die sich nur ein paar Male anhören lässt.

Auch dafür haben die Tüftler eine Lösung gefunden: Vor dem Übertragen müssen die Dateien einfach nur so umbenannt werden, dass sie die Endung „.jpg“ tragen. Anschließend können beliebige Dateien übertragen und am Zielgerät einfach umbenannt werden. Nebeneffekt: Auf diese Art und Weise können jegliche Dateien übertragen werden. Der Zune selbst kontrolliert nicht, ob hinter einer „.jpg“-Datei wirklich ein Bild steckt. Laut den Autoren der Anleitung wird dabei aber keinerlei DRM-Schutz umgangen. Nur DRM-freie Inhalte werden beim Empfänger auch wieder durch den Umbenennen-Trick zu DRM-freien Inhalten.

Stellt sich die Frage: Wenn beides so einfach geht, wieso verzichtet Microsoft nicht gleich auf derartige Einschränkungen? Hat man es aber einfach nur "vergessen", dann dürfte es nicht lange dauern, bis per Firmware-Upgrade die Tricks ausgeschaltet werden.

Microsofts Zune mag Windows Vista nicht (PC-WELT Online, 17.11.2006)

0 Kommentare zu diesem Artikel
25422