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Browser und Messenger werden eingestellt

02.01.2008 | 16:03 Uhr |

AOL will noch bis Ende Januar Sicherheits-Updates bereit stellen, ab 1. Februar ist Schluss mit dem Netscape Navigator und auch mit dem Netscape Messenger.

Der so genannte erste Browser-Krieg zwischen Microsoft und Netscape aus dem letzten Jahrzehnt ist eigentlich längst vergessen, findet fast zehn Jahre später jedoch noch einen Abschluss. AOL will bereits in vier Wochen die Unterstützung für seinen Browser Netscape Navigator sowie für den Netscape Messenger einstellen. Die hat Tom Drapeau kurz vor Jahresende im Netscape-Blog verkündet. Am 1. Februar soll Schluss sein, bis dahin soll es nur noch Sicherheits-Updates geben (wir berichteten).

Netscape hatte 1998 die Quelltexte seines Browsers als Open Source frei gegeben und AOL hatte Netscape 1999 übernommen. Die neu gegründete Mozilla Foundation , von AOL mit Geld und Personal unterstützt, begann mit der Entwicklung der nächsten Browser-Generation, genannt "Mozilla". Daraus gingen später nach einigen Umbenennungen der Web-Browser Firefox und das Mail-Programm Thunderbird hervor.

Netscape/AOL brachte mit Netscape 6 eine auf Mozilla basierende, eigene Variante des Browsers heraus. Ab Netscape 8 basiert dieser Browser auf Firefox, enthält allerdings ein paar zusätzliche Funktionen und eine eigenständige Optik. Auf den gewohnten Anblick müssen Netscape-Fans auch in Zukunft nicht verzichten, wenn sie wie von AOL empfohlen auf Firefox umsteigen. Mit dem Netscape Theme können sie Firefox als Netscape Navigator 9 verkleiden.

Die aktuelle Version Netscape 9.0.0.5 könnte bereits die letzte sein, falls die Mozilla-Entwickler im Januar keine Sicherheits-Updates für Firefox heraus bringen. Die Netscape-Website soll als Web-Portal erhalten bleiben. AOL will sich in Zukunft als Werbe-finanzierter Web-Dienst positionieren. Für eine eigene Browser-Entwicklung fehlt dann die finanzielle Basis. Netscape konnte Microsofts Internet Explorer keine nennenswerten Marktanteile abringen, während Firefox immerhin, je nach Datenquelle, bislang etwa ein Viertel der PC-Nutzer gewinnen konnte.

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