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Zukunft von Linux düster

09.02.2001 | 16:08 Uhr |

Der US-Ableger des Nürnberger Linux-Distributors Suse reduziert seine Belegschaft um zwei Drittel. Diese Nachricht wurde nicht etwa von Suse selbst der Öffentlichkeit zugetragen. Microsoft soll so hilfreich gewesen sein und die Linux-Fangemeinde informiert haben.

Wie gestern bekannt wurde, reduziert der US-Ableger des Nürnberger Linux-Distributors Suse seine Belegschaft um zwei Drittel. Doch diese Nachricht wurde nicht etwa von Suse selbst der Öffentlichkeit zugetragen. Microsoft soll so hilfreich gewesen sein und die Linux-Fangemeinde informiert haben.

Bei Suse Inc. sollen nur noch etwa 15 Mitarbeiter verbleiben. Volker Wiegand, Präsident Suse Inc., bestätigte diese Meldung gegenüber "Client Server News". Kurz zuvor waren die Entlassungen von der PR-Abteilung noch als "kompletter Müll" bestritten worden.

Man müsse schneller profitabel werden als im ursprünglichen Business-Plan vorgesehen, erklärte Wiegand weiter. Binnen sechs Monaten möchte man Gewinn erwirtschaften.

Zur Zukunft von Linux war von dem Linux-Protagonisten Erstaunliches zu hören. Das quelloffene Unix sei ein "gefallener Engel", der inzwischen sogar tiefer gefallen als zuvor aufgestiegen sei. Und Linux sei ein Opfer von Hype und irrationalen Erwartungen. Mittlerweile hat Wiegand seine Aussagen aber relativiert. Er sei missinterpretiert worden.

Um mit Linux endlich Geld zu verdienen, sei es dringend erforderlich, dass Linux stärker Mainstream werde. Doch wie lange es bis dahin noch dauern würde, dass stehe in den Sternen. Viele Händler würden über Linux-Pakete klagen, die in den Regalen verstaubten.

Interessant ist die Quelle, aus der die Informationen über den Stellenabbau stammt. Die Mitteilung über die Entlassungen bei Suse sei LinuxToday zugespielt worden. Dort wurde man misstrauisch und recherchierte nach der Herkunft: Die News kam aus dem Redmonder Microsoft Hauptquartier, wie das Linux-Magazin meldet. LinuxToday hat diese Meldung daraufhin zurück gezogen. (PC-WELT, 09.02.2001, hc)

Das offizielle Statement von Suse zum Stellenabbau in den USA

Die zurückgezogene Meldung bei Linux Today

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