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Zuckerberg enthüllt: Faszinierende Fotos aus Facebooks Serverpark

29.09.2016 | 14:44 Uhr |

Einen beeindruckenden Blick hinter die Kulissen gewährt Mark Zuckerberg: Fotos aus dem Inneren von Facebooks Serverfarm. Hier liegen vielleicht Ihre Facebook-Daten.

Für die riesigen Datenmengen, die große Internet-Unternehmen wie Amazon, Facebook oder Google bewältigen müssen, sind ebenso riesige Rechenzentren beziehungsweise Serverfarmen und Datencenter erforderlich. Wie es in diesen hermetisch abgeschirmten Serverparks aussieht, hat zum Beispiel Google vor einiger Zeit verraten.

Linnéa Svallfors, Security Officer
Vergrößern Linnéa Svallfors, Security Officer
© Mark Zuckerberg/Facebook

Jetzt zieht Facebook nach: Mark Zuckerberg hat Fotos veröffentlicht, die das Innenleben von Facebooks Datencenter in Luleå in Nordschweden zeigen. Luleå liegt nur knapp über 110 Kilometer südlich des nördlichen Polarkreises. Facebook nutzt also die dort herrschenden eisigen Temperaturen zur Kühlung seiner Server. Denn für die riesigen Serverparks ist nicht nur viel Strom erforderlich, sondern auch ein leistungsfähiges Kühlsystem. Wird die Kühlung durch die niedrigen Außentemperaturen unterstützt, sinken damit auch die Stromkosten.

Emilie De Clercq, Data Center-Techniker
Vergrößern Emilie De Clercq, Data Center-Techniker
© Mark Zuckerberg/Facebook

Dieser Strom wiederum kommt für die drei Servergebäude von Facebook aus regenerativen Quellen – nämlich aus zwölf Flusskraftwerken, die Strom aus den Flüssen in der Umgebung gewinnen. Gegenüber herkömmlichen Datencentern soll der Energieverbrauch in Luleå um fast 40 Prozent niedriger sein, sagt Zuckerberg.

Der Austausch einer Serverfestplatte dauert nur rund zwei Minuten. Ausgewechselte alte Festplatten werden zerstört um den Datenschutz zu gewährleisten.
Vergrößern Der Austausch einer Serverfestplatte dauert nur rund zwei Minuten. Ausgewechselte alte Festplatten werden zerstört um den Datenschutz zu gewährleisten.
© Mark Zuckerberg/Facebook

Zuckerbergs Fotos wirken teilweise, als seien sie einem Science-Fiction-Film oder einer Dystopie entsprungen: Der kühle, blau-graue Farbton, die riesigen, geradezu unendlich erscheinenden Serverräume und das grelle Neonlicht wirken kalt und fast schon bedrohlich. Leben und arbeiten möchte man in diesen fast schon lebensfeindlichen Räumen nicht. Und doch arbeiten dort Menschen, einige von ihnen zeigt Zuckerberg ebenfalls.

In den großen Hallen fahren die Techniker auf Scootern herum, um die Entfernungen schneller zu bewältigen.
Vergrößern In den großen Hallen fahren die Techniker auf Scootern herum, um die Entfernungen schneller zu bewältigen.
© Mark Zuckerberg/Facebook

Wenn Sie also das nächste Mal Facebook oder den Facebook-Messenger verwenden, dann kommen die dafür nötige Rechenleistung und die dabei bewegten Daten vermutlich aus dem Rechenzentrum, dessen Fotos Sie hier sehen.

Rund 150 Menschen arbeiten in dem schwedischen Serverpark von Facebook. Ein Techniker betreut 25.000 Server. Die eigentlichen Serverräume sind allerdings in der Regel menschenleer.
Vergrößern Rund 150 Menschen arbeiten in dem schwedischen Serverpark von Facebook. Ein Techniker betreut 25.000 Server. Die eigentlichen Serverräume sind allerdings in der Regel menschenleer.
© Mark Zuckerberg/Facebook

Zuckerberg will in den nächsten Monaten weitere Fotos aus den Facebook-Rechenzentren veröffentlichen. Das Rechenzentrum in Luleå errichtete Facebook im Jahr 2013, es war das erste Rechenzentrum von Facebook außerhalb der USA.

Die riesigen Kühl-Lüfter blasen im Sommer die kühle Außenluft in die Serverhallen, im Winter (wenn die Außentemperatur auf -30 Grad sinkt) transportieren Sie dagegen die warme Abluft der Server weiter und heizen damit die Gebäude.
Vergrößern Die riesigen Kühl-Lüfter blasen im Sommer die kühle Außenluft in die Serverhallen, im Winter (wenn die Außentemperatur auf -30 Grad sinkt) transportieren Sie dagegen die warme Abluft der Server weiter und heizen damit die Gebäude.
© Mark Zuckerberg/Facebook

Microsoft experimentiert zur Kühlung von Rechenzentren übrigens mit Meerwasser und baut einen Serverpark auf den Meeresgrund.

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