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Zu viel Macht für AOL?

Brüssel hat schwere Bedenken bei der Allianz von AOL und Time Warner. Die EU-Kommission will den geplanten Zusammenschluss jetzt noch einmal eingehend prüfen. Als Internet-Markführer in den USA hätte AOL mit der Fusion Zugang zu einem gigantischen Musik-Repertoire und könnte möglicherweise technische Standards für die Musikübertragung über das Internet diktieren, so die EU-Kommission.

Brüssel hat schwere Bedenken bei der Allianz von American Online (AOL) und dem US-Mediengiganten Time Warner geäußert. Die EU-Kommission will den geplanten Zusammenschluss jetzt noch einmal eingehend prüfen.

AOL, Internet-Markführer in den USA, hätte mit der Fusion Zugang zu einem gigantischen Musik-Repertoire und könnte möglicherweise technische Standards für die Musikübertragung über das Internet diktieren. Auch drohe ein Monopol bei der entsprechenden Software. Als problematisch sieht die Kommission auch kostenpflichtige Dienste wie Finanzinformationen an.

Hintergrund der Diskussion ist ein Abkommen zwischen AOL und Bertelsmann. Der deutsche Medienkonzern hatte im März angekündigt, seine Beteiligung an dem Gemeinschaftsunternehmen AOL Europe an AOL Inc. zu verkaufen. Dabei wurde jedoch vereinbart, dass Bertelsmann "bevorzugter Anbieter von Medieninhalten und elektronischem Handel" für die derzeit weltweit 23 Millionen AOL-Nutzer wird.

AOL will Time Warner im Zuge eines Aktientausches für 184 Milliarden Dollar (384 Milliarden Mark) übernehmen. Die neue Firma AOL Time Warner soll gut 30 Milliarden Dollar im Jahr umsetzen. Die Verbindung des Zeitungs- und Fernsehgeschäfts mit dem Online-Business könnte laut Branchenkennern die gesamte Medienbranche umwälzen. (PC-WELT, 20.06.2000, dpa/ sp)

AOL und Time Warner fusionieren (PC-WELT Online, 10.1.2000)

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