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SAP will die Entwicklungskosten drücken

17.07.2008 | 13:55 Uhr |

Forschung und Entwicklung fressen momentan einen überproportional hohen Anteil des Umsatzes auf, sagt der CEO.

Die deutsche Softwareschmiede will ihre Entwicklungskosten an das branchenübliche Maß anpassen, sagte Vorstandschef Henning Kagermann der "Welt" (Donnerstagausgabe). "Der Anteil von Forschung und Entwicklung am Umsatz liegt bei SAP gegenwärtig bei 14 Prozent. Das ist sehr viel und höher als der Branchendurchschnitt. Wir haben früher einen Wert von zwölf Prozent gehabt." Mittelfristig wolle SAP da wieder hinkommen. "Das wird dann auch der Profitabilität gut tun."

Die Einsparungen hätten keine Verlagerung von Tätigkeiten von Deutschland ins Ausland zur Folge. Der weltgrößte Hersteller von Unternehmenssoftware gab im vergangenen Jahr 1,5 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus.

Kagermann sprach sich für eine größere Internationalisierung des Unternehmens aus. SAP habe zwar seit Beginn des Monats vier internationale Mitglieder im Vorstand . Er würde sich aber wünschen, dass der Konzern noch mehr Führungskräfte insbesondere aus dem asiatischen Bereich bekomme. "Wenn ich zum Beispiel die Zahl der Entwickler in Indien mit der in Deutschland vergleiche, wird die Zahl der Führungskräfte diesem Verhältnis nicht gerecht. Das muss sich über die Zeit ändern."

Der Vertrag des Vorstandschefs läuft noch bis Mai 2009. Spekulationen, er werde eventuell früher ausscheiden, wies Kagermann zurück: "Ich bin jemand, der seine Verträge erfüllt. Es gibt derzeit keine Pläne, schon Ende 2008 aufzuhören." Nachfolger von Kagermann wird Léo Apotheker, der bereits als Co-Vorstandssprecher fungiert. (dpa/tc)

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