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Zotob-Programmierer in Marokko vor Gericht

05.09.2005 | 13:34 Uhr |

Noch in diesem Monat soll in Marokko das Gerichtsverfahren gegen den mutmaßlichen Wurm-Autor beginnen.

Bereits Mitte September soll das Verfahren gegen Farid E. (18) in Marokko beginnen. Dem aus Russland stammenden Marokkaner wird vorgeworfen, er habe unter dem Internet-Pseudonym "Diabl0" die Würmer der "Zotob"-Familie programmiert. Er soll auch für diverse Schädlinge aus den Familien "Mytob" und "Rbot" verantwortlich sein.

Nach Angaben aus dem marokkanischen Justizministerium soll die Anklage am 13. September im Rahmen einer gerichtlichen Anhörung konkretisiert werden. Zu den ihm zur Last gelegten Taten gehören bandenmäßige Kriminalität, Eindringen in fremde Computer, schwerer Diebstahl und Kreditkartenbetrug. Der Beschuldigte bleibt bis auf weiteres in Untersuchungshaft in der Nähe der marokkanischen Hauptstadt Rabat. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Farid E. soll gemeinsam mit dem parallel in der Türkei festgenommenen Attila E., 21, zumindest einige der Würmer entwickelt und in Umlauf gebracht haben, die im August für Computer-Ausfälle unter anderem bei verschiedenen US-amerikanischen Medienunternehmen gesorgt haben ( wir berichteten ).

Die US-Bundespolizei FBI geht davon aus, dass hinter den Taten hauptsächlich finanzielle Motive stecken. Farid E. soll von Attila E. bezahlt worden sein, der wiederum gestohlene Daten an andere Kriminelle weiterverkauft haben soll. In diesem Zusammenhang wurden in der Türkei etliche weitere Verdächtige verhaftet ( wir berichteten ).

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