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Zombie-Computer mit Spyware verseucht

12.07.2005 | 14:14 Uhr |

Trojanische Pferde schaufeln massenhaft Adware und Spyware auf kompromittierte Rechner.

Wenn ein PC durch eingeschleuste Trojanische Pferde zum fremdgesteuerten "Zombie" geworden ist, wird er oft auch mit Adware und Spyware geflutet. Dies geht aus einem Bericht von McAfee AVERT (Antivirus and Vulnerability Emergency Response Team) über die Entwicklungen bei schädlicher Software für das zweite Quartal 2005 hervor. Dabei werden sowohl private Computer als auch Firmen-PCs einbezogen.

Insbesondere die als Bots bezeichnete Klasse Trojanischer Pferde, deren Funktionalität und Zweck über den klassischer Backdoors (Hintertüren) hinaus geht, hat stark zugenommen. Wird ein PC von einem Bot kontrolliert, wird er damit zu einem Teil eines virtuellen, ferngesteuerten Netzwerks (Botnet), das sich für kriminelle Zwecke missbrauchen lässt. Die Zahl der Computer, die auf diese Weise Teil eines Botnets wurden, hat laut McAfee im letzten halben Jahr um etwa 63 Prozent zugenommen.

Bei den Bots verzeichnet AVERT Vertreter der Familien Gaobot, Mytob, Polybot und Sdbot als führend. Die Gesamtzahl unterscheidbarer Bot-Varianten hat sich seit dem ersten Quartal dieses Jahres um über 300 Prozent erhöht, von etwas über 3000 auf fast 13.000 im zweiten Vierteljahr.

Zu den am weitesten verbreiteten Schädlingen insgesamt gehören Varianten aus den Familien Mytob, Netsky und Mydoom. Unter den vier Höchstplazierten bei McAfee findet sich ferner eine Sicherheitslücke in Microsofts Java, die als "Exploit-Byteverify" bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich nicht um einen bestimmten Schädling, sondern um die Ausnutzung einer Schwachstelle durch ganz unterschiedliche Schädlinge (Adware, Dialer, Trojanische Pferde).

Die in beiden Kategorien vertretenen Mytob-Schädlinge fallen auch dadurch auf, dass sie jede Menge Adware und andere eher unerwünschte Programme wie Spyware, Key-Logger oder Dialer auf betroffenen Rechnern installieren. Darunter sind Adware-Programme wie Istbar, Abetterinternet oder die Produkte von 180solutions, die auch in der Statistik unerwünschter Programme weit vorn liegen. McAfee zählt einen Zuwachs von 12 Prozent neuer Programme in dieser Kategorie, wenn man das zweite Quartal 2005 mit dem ersten vergleicht.

McAfee empfiehlt Privatanwendern wie Unternehmen ihre Antivirus-Software stets auf dem aktuellen Stand zu halten, Sicherheits-Updates zu installieren und Spam-Filter zu verwenden. Zur Erkennung und Abwehr von Angriffen sollten mehrschichtige Lösungen eingesetzt werden.

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