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China fordert ausländische Unternehmen zur Internet-Überwachung auf

15.11.2012 | 05:58 Uhr |

Während sich in China in dieser Woche ein Machtwechsel vollzieht, verschärft die alte Regierung die Internet-Überwachung und die Richtlinien für elektronische Kommunikation.

Am vergangenen Wochenende fand in China der Parteitag der Kommunistischen Partei statt. Um Regime-Kritikern keine Plattform zu geben, wurden per Blockade kurzerhand mehrere Google-Dienste wie etwa Maps oder Gmail gesperrt. Trotz internationaler Kritik zeigt sich die chinesische Regierung unbeeindruckt und fährt nun bereits neue Taktiken zur Kontrolle von Informationen auf.

Wie die New York Times berichtet, wollen die Machthaber soziale Netzwerke als auch Suchmaschinen zensieren. Bei diesen Bemühungen sollen nun nicht mehr nur private Sicherheitsfirmen, sondern auch US-Konzerne hinzugezogen werden. Bereits vor einigen Monaten wurden mehrere in China ansässige Konzerne dazu aufgefordert, Überwachungs-Hardware zu installieren, mit der Internet-Aktivitäten und Webseiten blockiert werden können – inklusive einer Anbindung an die Server der Polizei.

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China verlangt nach Informationen der Times zudem die Offenlegung von Firmennetzwerken. Die geforderte Überwachungs-Hardware stellt laut Thomas Parenty, ehemaliger Sicherheitsexperte der NSA, nicht nur eine Gefahr für die freie Meinungsäußerung im Internet dar, sondern ermöglicht es den chinesischen Behörden auch, US-Konzerne auszuspionieren. Neben dem Quality Brands Protection Committee (QBPC), was sich den Schutz geistigen Eigentums zur Aufgabe gemacht hat, zeigt sich auch die US-China Economic and Security Review Commission (USCC) besorgt über die aktuellen Entwicklungen. Die Kommission bezeichnete China in einem aktuellen Report gar als „gefährlichsten Akteur im Cyberspace“.

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