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Iran will künftig Google blockieren

24.09.2012 | 13:47 Uhr |

Iran will künftig den Zugang zu Google und zum Mail-Dienst Gmail blockieren. Das kündigte ein Regierungsvertreter an. Als Grund nannte er das Anti-Islam-Video.

Als Reaktion auf den auf Googles Youtube erschienenen Anti-Islam-Film "Die Unschuld des Islams" will Iran künftig sowohl den Zugriff auf Google als auch auf Gmail sperren. Das erklärte der iranische Regierungsvertreter Abdolsamad Khoramabad laut dem halbamtlichen iranischen Nachrichtendienst ILNA. Demnach würden bis auf weiteres die Google-Seiten ausgefiltert.

Khoramabad, der in der staatlichen Organisation für Internet-Zensur und Cyberkriminalität arbeitet, verriet aber nicht, ob Google dauerhaft oder nur vorübergehend gesperrt wird. Er gab an, dass die Öffentlichkeit die Regierung dazu gedrängt habe, die Google-Seiten heraus zu filtern, weil darüber Links verbreitet werden würden, die zum Anti-Islam-Film führen. Letztendlich dürfte dies aber auch eine Reaktion darauf sein, dass Youtube abgelehnt hat, den Film von seiner Online-Video-Plattform zu entfernen.

Die britische Zeitung The Guardian meldet, dass Iran derzeit an einem nationalen Internetersatz arbeite, der alle Dienste aus dem frei verfügbaren Internet ersetzen soll. Ohnehin landet der Iran nach Eritrea, Nordkorea und Syrien auf den vierten Platz der Länder, die am stärksten das Internet zensieren. Demnach sollen derzeit rund 5 Millionen Websites nicht in Iran ausgeliefert werden, zu denen neben Facebook und Twitter vor allem Websites der westlichen Medien gehören.

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