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Zeitungsverleger wollen Geld von Google & Co.

01.02.2006 | 14:05 Uhr |

Viele Suchmaschinen wie Google oder Yahoo bieten über Unterseiten Zugriff auf Schlagzeilen, Bilder und Textteile von Nachrichten diverser Zeitungs- oder Zeitschriftenverlage. Jetzt wollen die Urheber dafür angemessen vergütet werden.

Über Suchmaschinen lassen sich nicht nur Web-Seiten aufspüren, sie können sich auch - wie zum Beispiel bei Google News - Schlagzeilen einer Vielzahl von Nachrichtenseiten übersichtlich anzeigen lassen. Der überwiegende Großteil der Nachrichten stammt von Web-Seiten von Verlagen, bei denen sich die Suchmaschinenbetreiber kostenlos bedienen. Genau dies ist den Verlagen ein Dorn im Auge, sie wollen für die Verwendung der Inhalte angemessen entschädigt werden.

Die in Paris ansässige World Association of Newspapers ( WAN ), die rund 18.000 Zeitungen vertritt, hat nun eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die klären soll, "welche Möglichkeiten den Verlagen zur Geltendmachung ihrer Vergütungsansprüche offen stehen", sprich: Wie man die Suchmaschinen-Betreiber dazu bringen kann, für die verwendeten Inhalte zu bezahlen.

Allerdings ist dem Verband klar, dass sich durch die Präsentation der News bei Google & Co. auch der Bekanntheitsgrad der jeweiligen Internetangebote der Verlage steigert, er verweist aber auch darauf, dass sich das Geschäftsmodell der Suchmaschinen unter anderem auch auf die kostenlose Übernahme der Inhalte stützt. "Die Suchmaschinenbetreiber richten ihre Strategie immer stärker auf jene aus, die seit jeher Inhalte verfassen und zusammenstellen wie etwa die Zeitungsverlage", so WAN-Präsident Gavin O’Reilly als Vorsitzender der Arbeitsgruppe. "Absurd daran ist, dass diese Suchmaschinenanbieter im Wesentlichen nur wegen dieser Nachrichtenmacher existieren und auf deren Kosten Gewinne erzielen."

Konkrete Maßnahmen kündigt der WAN noch nicht an, allerdings soll geprüft werden, wie die Verlage auf nationaler und internationaler Ebene gegensteuern können. Auch sollen Fragen "auf die Geltendmachung von Urheberrechten und mögliche Verletzungen von Markenrechten" geklärt werden, so der WAN in einer Mitteilung.

"Google, Yahoo und andere Suchmaschinenbetreiber sind keine neuartigen Wohltäter der Menschheit, keine Robin Hoods des Informationszeitalters, sondern ganz sicher kommerzielle und stark auf Gewinn ausgerichtete Unternehmen. Darüber hinaus ist WAN zutiefst besorgt über das Verhalten mehrerer grosser Betreiber gegenüber den Zensurforderungen repressiver Staaten", so O’Reilly.

Als nächsten Schritt bemüht sich die Arbeitsgruppe um Gespräche mit dem Kommissar der Europäischen Union für Binnenmarkt und Dienstleistungen, Charlie McCreevy, und der Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding.

Bereits im letzten Jahr wehrte sich die französische Nachrichtenagentur AFP erfolgreich gegen die Verwendung ihrer Nachrichten bei Google News ( wir berichteten ).

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