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Zeitung: US-Investor wollte Telekom-Aufsichtsrat feuern

04.12.2006 | 17:09 Uhr |

René Obermann soll die Deutsche Telekom wieder auf Erfolgskurs bringen. Vorgänger Kai-Uwe Ricke erschien dem Aufsichtsrat und den Investoren der Deutschen Telekom nicht mehr als der geeignete Mann. Doch wie jetzt bekannt wurde, hätte der an der Deutschen Telekom beteiligte US-Investor Blackstone am liebsten auch gleich Telekom-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel mit in die Wüste geschickt.

An der Deutschen Telekom ist nicht nur der Bund als Großaktionär beteiligt, auch ein amerikanischer Finanzinvestor namens Blackstone hält etliche Anteile an dem ehemaligen Staatsunternehmen. Und wie es sich für eine richtige "Heuschrecke" (so nannte der ehemalige SPD-Fraktionsvorsitzende und jetzige Vizekanzler Franz Müntefering Finanzinvestoren) gehört, will Blackstone nur eines: Gewinne machen. Dafür muss der Aktienkurs der Telekom steigen. Und um das zu erreichen, wechselt man eben auch mal das Management oder Teile davon aus, wie es mit der Entlassung von Ex-Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke denn auch vor einigen Wochen geschehen ist.

Das war Blackstone aber nicht genug, wie die Financial Times Deutschland jetzt berichtet. Demnach wollten die Amerikaner zusammen mit Ricke auch gleich den Aufsichtsratsvorsitzenden der Telekom auswechseln: Die Rede ist von Dr. Klaus Zumwinkel (siehe Foto), der nicht nur bei der Deutschen Telekom sondern unter anderem auch noch bei der Postbank und bei der Lufthansa im Aufsichtsrat sitzt. Und der als Vorstandvorsitzender die Zügel bei der Deutschen Post AG in den Händen hält. Im Jahr 2003 wählte ihn das Manager-Magazin zum Manager des Jahres 2003.

Blackstone (das 4,5 Prozent der Telekom-Aktien besitzt) hält den erfahrenen Manager aber für den falschen Mann bei der Deutschen Telekom. Deshalb soll das Unternehmen beim Finanzminister (der die Bundesrepublik Deutschland und die Kreditanstalt für Wiederaufbau als Großaktionäre bei der Deutschen Telekom vertritt; beide halten zusammen rund ein Drittel an der Deutschen Telekom) vorstellig geworden sein und auf Zumwinkels Entlassung gedrängt haben. Doch die Bundesregierung hielt (und hält) dem ehemaligen McKinsey-Mann die Stange und lehnte Blackstones Wunsch ab. Offensichtlich scheute man in Berlin den Aufruhr, den eine Abberufung Zumwinkels hervorgerufen hätte. Und man wollte den Einfluss von Blackstone nicht so offensichtlich werden lassen, wie die Financial Times Deutschland nachlegt.

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