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Motorola plant Verkauf von SMS-Inhalten

Motorola arbeitet an einer Analyse-Software für SMS-Inhalte. Wie die britische Online-Ausgabe der Times berichtet, sollen die ausgelesenen Inhalte zu Werbezwecken verkauft werden. Zwar erhalte der Kunde für die Bereitstellung seiner Daten eine Entschädigung, Datenschützer sind jedoch alarmiert.

Nachdem Motorola im Handygeschäft einen erheblichen Rückgang beim Umsatz verzeichnete , sucht der Hersteller nach neuen Einnahmequellen. Wie die britische Times in ihrer Online-Ausgabe berichtet , arbeitet das Unternehmen an einer Software, die Inhalte von SMS auslesen und verarbeiten kann. Lauten die Stichworte "Hunger" oder "Essen", soll der Kunde Werbung von Restaurants in der näheren Umgebung erhalten.

Wie Kenneth Keller, Marketing-Chef von Motorola, mitteilt, besitze sein Unternehmen eine Technik, "die es uns erlaubt, nicht nur den Aufenthaltsort einer Person zu erkennen, sondern auch zu ermitteln, wie ihre Interessenlage gerade sein könnte", so der Manager. So könne man herausfinden, ob die Person gerade essen oder einkaufen geht, oder ein bestimmtes Geschäft sucht.

Derzeit befindet sich die Software in der Entwicklung, Gespräche mit interessierten Unternehmen seien bereits geführt worden. Sollte sich die Anwendung am Markt positionieren, könne man die Überwachung auch auf Sprachtelefonie ausweiten. Während sich die Werbeindustrie die Hände reibt, äußern Datenschützer große Bedenken: "Wir sehen die Form der Technologie sehr kritisch", sagt Simon Davies, Director bei Privacy International. "Handyhersteller und Netzbetreiber sprechen zwar davon, das der Kunde zustimmen muss. In der Praxis wird es aber so aussehen, dass die Kunden, die nicht mitspielen, bestraft werden". Bislang sei ein Opt-In-Modell vorgesehen, bei dem Privatnutzer für die Bereitstellung ihrer personenbezogenen Daten mit Preisnachlässen belohnt werden.

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