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Zehn Jahre Supercomputing

13.05.2007 | 14:56 Uhr |

Vor genau zehn Jahren gewann ein Computer erstmals gegen einen amtierenden Schachweltmeister. Den somit geschaffenen Grundlagen verdanken wir heute beispielsweise Multicore-Chips oder effizientere CPUs.

Zehn Jahre ist es her, als es Deep Blue als erstem Computer gelang, in einem Schachturnier gegen den amtierenden Weltmeister Kasparow zu bestehen. Der in die Geschichte eingegangene Supercomputer verfügte über 32 Prozessoren und konnte 200 Millionen Schachzüge pro Sekunde berechnen. Blue Gene, der Nachfolger von Deep Blue und derzeit schnellste Computer der Welt, arbeitet bereits mit 131.000 Prozessoren, die bis zu 280 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde ausführen können. Um die gleiche Leistung erzielen zu können, müsste ein Wissenschaftler mit einem Taschenrechner ganze 177.000 Jahre ohne Unterbrechung arbeiten und hätte gerade mal Blue Genes Arbeit von einer Sekunde kompensiert.

Die Grundlagen für aktuelle Supercomputer wurden jedoch bereits mit Deep Blue geschaffen. Dessen parallele Berechnung in millionenfacher Menge ermöglichte beispielsweise Entwicklungen wie Multicore-Chip-Designs. Sein großer Bruder Blue Gene findet heute Einsatz in Wissenschaft und Forschung und ermöglicht neue Ergebnisse in den Bereichen Life Sciences (Proteinfaltung, genetische Forschung, Gehirnforschung), Hydrodynamik, Quantenchemie, Astronomie, Materialforschung oder Klimamodellierung.

An Blue Gene angelehnte Systeme befinden sich derzeit auf Platz 1 und 3 der Top500-Supercomputer-Liste. Unter den 150 besten Systemen ist Blue Gene sogar mit 28 Ablegern vertreten, unter anderem mit dem weltweit schnellsten Supercomputer im US Department of Energy/Lawrence Livermore National Laboratory . Allein in den USA kommen 15 Blue Gene-Installationen zum Einsatz, weitere befinden sich in der Schweiz, in Japan, Deutschland, in den Niederlanden, in Frankreich und in Großbritannien.

Nach Angaben von green500.org gehört Blue Gene außerdem zu den weltweit energieeffizientesten Computern. Schon 1999 stellten Forscher des Projekts bei IBM fest, dass die Limitierung künftiger Systeme in ihren Energieanforderungen liegen würde. Der Anspruch der Wissenschaftler lag daher darin, eine möglichst hohe Leistung pro Kilowatt verbrauchter Energie zu liefern. So sind die niedrig getakteten Prozessoren in Blue Gene in Sachen Energieeffizienz den heutigen hochgetakteten und stromhungrigeren Mikroprozessoren um den Faktor zwei oder mehr überlegen.

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