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Kriminelle Malware-Nutzer in England verhaftet

19.11.2009 | 13:49 Uhr |

Die Polizei hat in Manchester ein Pärchen verhaftet, das ein Trojanisches Pferd aus der Zbot-Familie verbreitet haben soll. Sie sollen damit Zugangsdaten fürs Online-Banking und andere Passwörter ausspioniert haben.

Trojanische Pferde aus der Zbot-Familie werden derzeit in immer neuen Mail-Kampagnen verbreitet. So zuletzt als vorgeblicher "Balance Checker" für Vodafone oder Verizon Wireless , als "Update-Tool" für Myspace und Facebook oder auch als vorgebliches Outlook-Update . Nun hat die Polizei in Manchester ein Pärchen festgenommen, das im Verdacht steht mit Hilfe von Zbot Passwörter ausspioniert zu haben.

Wie erst in dieser Woche bekannt wurde, hat das Sonderdezernat für Online-Kriminalität der Polizei von Manchester bereits am 3. November einen Mann und eine Frau, beide 20 Jahre alt, verhaftet. Diese Festnahmen sind die ersten in Europa im Rahmen einer umfassenden Ermittlung gegen die Hinterleute der Zbot-Malware (auch unter dem Namen Zeus bekannt). Die Verdächtigen wurden verhört und gegen Kaution wieder frei gelassen.

Eric Chien von Symantec bezieht sich im Security Response Blog des Sicherheitsunternehmens auf einen entsprechenden Bericht der BBC und mutmaßt, es handele sich bei den Verhafteten nicht um die Zeus-Programmierer. Vielmehr seien es wahrscheinlich Nutzer des Zeus-Pakets, also zahlende Kunden der Hintermänner. Somit dürfte die Malware-Kampagnen zur Verbreitung der Zbot-Schädlinge weiter gehen.

Graham Cluley vom britischen Antivirushersteller Sophos, der auch von der BBC zitiert wird, beschreibt Zbot in seinem Blog als Trojanisches Pferd, das nicht nur Passwörter ausspioniert sondern den befallenen Rechner auch zu einem Teil eines Botnet macht. Der PC würde damit zur fremdgesteuerten Spam-Schleuder und verbreite Malware und werde für DoS-Angriffe genutzt.

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