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Youtube: Mini-Konzessionen an japanische Filmstudios

06.02.2007 | 15:28 Uhr |

Wegen des Streits um urheberrechtlich geschützte Filme japanischer Studios auf den Seiten von Youtube, ist eine Delegation des Unternehmens nach Japan gereist, um die Angelegenheit zu klären. Viel herausgekommen ist bei dem zweistündigen Meeting allerdings nicht.

Das heutige Treffen zwischen Youtube-Verantwortlichen und der japanischen Vereinigung von Filmstudios und TV-Sendern JASRAC verlief offenbar nicht ganz so, wie sich das die beteiligten Unternehmen vorgestellt hatten. Auslöser für das Treffen waren eine Vielzahl an urheberrechtlich geschützten Videos japanischer Sender/Studios, die Anwender bei Youtube eingestellt hatten beziehungsweise einstellen ( wir berichteten ).

Insgesamt dauerte das Meeting, an dem auch Youtube-CEO Cahd Hurley, CTO Steven Chen sowie Googles Vizepräsident für Contents Partnership, David Eun, teilnahmen, rund zwei Stunden. Das einzig Greifbare, das dabei herauskam, war jedoch lediglich die Zusage seitens Youtube, künftig auf seinen Seiten einen Warnhinweis auf Japanisch einzublenden, der darauf hinweist, dass Anwender keine urheberrechtlich geschützten Inhalte hochladen dürfen. Dies meldet der IDG News Service. Wann dieser Hinweis eingebaut werden soll, wurde offen gelassen.

Die Bewertungen des Meetings fielen entsprechend zurückhaltend aus: "Das Meeting verlief recht gut und in einer sehr freundlichen Art und Weise", so Satoshi Watanabe von der JASRAC. Und weiter: "Wir sind sehr zufrieden, dass direkte Verhandlungen ermöglicht wurden, darauf sollte man aufbauen (...) aber die Reaktion selbst ist derzeit nicht befriedigend, daher möchten wir die Angelegenheit lösen."

Die Youtube- und Google-Manager wollten den Verlauf der Gespräche nicht kommentieren und eilten nach dem Treffen recht zügig vom Ort des Geschehens. Später veröffentlichte Youtube eine kurze Stellungnahme, in der darauf verwiesen wurde, dass man das Urheberrecht respektiere. Zudem wurde den Organisationen für das Meeting gedankt.

Auf dem Treffen wurden auch die Pläne bestätigt, Anwender für das Einsenden von Videos künftig zu bezahlen ( wir berichteten ). Ein solcher Schritt könnte unter anderem auch dazu beitragen, dass weniger geschützte Inhalte veröffentlicht werden. Denn um eine - wie auch immer geartete - Bezahlung zu erhalten, müssten sich die Anwender registrieren. Zudem soll an einem System gearbeitet werden, dass eingesendete Videos automatisch scannt und feststellen soll, ob es sich um geschützte Filme handelt. Wann das System aber an den Start gehen soll, ist offen.

Urheberrechtsverletzungen: Youtube-Chefs treffen sich mit japanischen Studios (PC-WELT Online, 02.02.2007)

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