17.06.2011, 17:05

Denise Bergert

YouTube-Blockade

Musikindustrie sieht GEMA als „Bremsklotz“

©youtube.com

Das Videoportal YouTube und die Verwertungsgesellschaft GEMA sind auch nach monatelangen Verhandlungen noch immer nicht zu einer Einigung gekommen. Zwei Plattenfirmen machten ihrem Ärger heute Luft und prangerten die GEMA-Strategie an.
Seit knapp zwei Jahren verhandeln die Verwertungsgesellschaft GEMA und das Videoportal YouTube nun bereits über einen Lizenzvertrag zur Musiknutzung. Selbst nach mehreren Anläufen konnten sich die beiden Vertragsparteien nicht auf eine angemessene Vergütung für Musikvideos einigen. Da die Gespräche mittlerweile ins Stocken geraten sind, liegen auch zahlreiche Musikvideos noch immer auf Eis und können von deutschen Rechnern aus nicht abgerufen werden.

Dieser Zustand schmeckt der hiesigen Musikindustrie nicht und so machten zwei Label-Vertreter ihrem Ärger heute in einem Interview mit Spiegel Online Luft. Edgar Berger von Sony Music bezeichnet die GEMA dabei als Bremsklotz, welcher die Entwicklung neuer Geschäftskonzepte in Deutschland schlicht unmöglich mache. Hauptgrund dafür sei die Haltung des GEMA-Aufsichtsrates, der anscheinend noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen sei.
Frank Briegmann von Universal Music kritisiert die Verhandlungsansätze der GEMA mit YouTube. So seien die Preislisten, die dem Videoportal von der Verwertungsgesellschaft vorgelegt wurden, schlicht unrealistisch. So verlangt die GEMA von On-Demand-Portalen im Durchschnitt 130 Euro für 1.000 Einblendungen. Diese Summe lässt sich jedoch von einem durch Online-Werbung finanzierten Projekt kaum aufbringen.
Zum Start des deutschen YouTube-Anbieters vor vier Jahren wurden GEMA-geschützte Musikvideos zunächst von der Verwertungsgesellschaft geduldet. 2009 kam es dann zu ersten Sperrungen, da sich die beiden Parteien auf kein gemeinsames Vergütungsmodell einigen konnten.
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