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YouNow räumt Probleme bei Jugendschutz-Kontrolle ein

23.02.2015 | 13:19 Uhr |

Die YouNow-Macher räumen nun ein, dass es aufgrund des hohen Zulaufs Probleme bei der Überwachung des Jugendschutzes gab.

Familienministerin Manuela Schwesig hatte Ende vergangener Woche den Online-Dienst YouNow kritisiert. In einer offiziellen Mitteilung wehren sich die YouNow-Macher nun am Montag gegen die Vorwürfe aus Berlin. Die Bundesministerin hatte YouNow als "für Kinder gefährlich und für Jugendliche problematisch" bezeichnet, weil sie dort leicht Opfer von sexueller Belästigung oder von Cyber-Mobbing werden könnten.

Das Live-Video-Portal YouNow erlebt seit einigen Wochen einen enormen Zulauf vor allem von Jugendlichen aus Deutschland. Die Zahl der deutschen Nutzer ist in den vergangenen Monaten um mehr als 250 Prozent gestiegen. Laut YouNow liefen bisher über 16 Millionen Nutzer-Sessions in deutschsprachigen Ländern.

Über YouNow verbreiten also immer mehr Jugendliche Live-Streams von sich im Web, die jeder andere Internet-Nutzer verfolgen kann, ohne sich dafür für den Dienst anmelden zu müssen. Anfang des Monats hatten daher auch Experten zur Vorsicht bei der Nutzung des Dienstes gemahnt.

YouNow weist in der Mitteilung darauf hin, dass für die Nutzung des Dienstes strenge Regeln gelten. Darunter auch die Regel, dass das Mindestalter bei 13 Jahren liegen muss. Für die Anmeldung bei YouNow sei auch ein Konto bei Facebook, Google-Plus oder Twitter notwendig. Das seien ebenfalls alles Dienste, für deren Nutzung die Anwender ebenfalls mindestens 13 Jahre alt sein müssen. "Außerdem sind zum Beispiel Beleidigungen, Mobbing, das Konsumieren von Alkohol und anderen Drogen oder Nacktheit vor der Kamera streng verboten. Ebenso die Aufforderung zum Brechen dieser Regeln", erklärt YouNow.

Die Einhaltung der Regeln werde rund um die Uhr von deutschsprachigen Moderatoren überwacht. Hinzu kämen freiwillige Aufpasser aus der Community. Jeder YouNow-Nutzer könne einen Verstoß der Regeln beim Moderatorenteam melden. Ein Verstoß gegen die Regeln werde dann mit einer Blockierung oder einer vollständigen Sperrung des Kontos geahndet. Zudem werde verhindert, dass ein bereits gesperrter Nutzer einfach einen neuen Account erstellen könne.

Die YouNow-Macher räumen aber auch ein, dass es aufgrund des rasanten Wachstums vereinzelt zu Problemen gekommen sei. "Insbesondere durch das schnelle Wachstum der Nutzerschaft in Deutschland gab es Ende 2014 vereinzelt Schwierigkeiten bei der durchgängigen Überwachung und der Ahndung von missbräuchlicher Nutzung der Plattform", erklärt YouNow. Man habe darauf reagiert, indem man die Überwachung laufend ausgeweitet habe, um sie den steigenden Nutzerzahlen anzupassen.

YouNow sieht aber auch die Eltern der Kinder und Jugendlichen in der Pflicht. "YouNow teilt die Auffassung von Familienministerin Manuela Schwesig, dass Kinder und Jugendliche im Internet geschützt werden müssen. Das geschieht einerseits durch Maßnahmen der Industrie, andererseits sind aber auch die Eltern gefordert, ihrer Aufsichtspflicht, die auch im Internet gilt, nachzukommen. YouNow unterstützt daher die Aufklärungsarbeit der Eltern und Nutzer, wo immer das möglich ist", so YouNow.

YouNow selbst gibt seinen Nutzern folgende Empfehlungen bei der Nutzung des Dienstes:

* YouNow-Nutzer sollten nicht aus dem "Nähkästchen" plaudern und private Inhalte insbesondere Telefonnummern oder Adressen verraten. Aus diesem Grund schließt sich YouNow auch den jüngsten Warnungen von YouTubern an.

* Das Internet ist ein öffentlicher Ort, daher sollten sich Nutzer so verhalten wie an jedem anderen öffentlichen Ort auch.

* Internet-Mobbing wird von YouNow in keiner Weise unterstützt. Das Unternehmen geht gegen dieses Verhalten vor und ermutigt seine User, jeden Vorfall umgehend zu melden.

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