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Yo Homies: Saints Row im Test

08.09.2006 | 12:45 Uhr |

Glücklicherweise beschränken sich die meisten Menschen beim Übertreten von Gesetzen auf falsch parken, bei Rot über die Ampel gehen oder den Diebstahl von Joghurt-Bechern aus dem Büro-Gemeinschaftskühlschrank. Legalerweise die Sau rauslassen ist nur in Spielen erlaubt. Wie bei Saints Row.

Eines vorweg: Ja, Sie müssen in Saints Row (Xbox 360) - wie bei jedem anderen Shooter auch - virtuelle Menschen "töten", Verbrechen begehen, Autos klauen, mit Waffen hantieren und auch sonst allerlei Verbotenes anstellen. Das mag moralisch verwerflich sein, macht aber tierisch Spaß. Sollten Sie also über 18 Jahre alt und Gangster-Games gegenüber nicht abgeneigt sein, dürfen Sei weiterlesen. Das Spiel gehört auf keinen Fall in die Hände von Personen, die jünger als 18 Jahre sind! Dank der bei der Xbox 360 eingebauten Jugendschutzfunktion können Eltern auch wirkungsvoll verhindern, dass ihre Kinder ein derartiges Spiel zocken.

In Saints Row übernehmen Sie die Rolle eines Kleinkriminellen, der gleich zu Beginn in einen Schusswechsel rivalisierender Banden gerät. Dem sicheren Tod entrinnen Sie mit Hilfe Ihrer zukünftigen Homies, den "Third Street Saints". Diese Bande, respektive deren Anführer, will verlorenen Einfluss in seinem Gebiet zurück erlangen, was nichts anderes bedeutet, als: alle anderen Gangs müssen beseitigt werden.

Sollten Sie den Klassiker dieses Genres, Rockstars Grand Theft Auto (GTA), bereits kennen, werden Sie sich in Saints Row sicherlich gleich wie zu Hause fühlen. Hier wie dort übernehmen Sie Aufträge, können sich die Zeit mit kleineren Gaunereien vertreiben oder das einkassierte Geld in neue Klamotten, Waffen, Wagen oder ein neues Gesicht investieren.

Das Wichtigste in Saints Row ist der "Respekt". Diesen Wert erhöhen Sie durch das Ausführen von "Aktivitäten". Besonders coole Klamotten erhöhen des Respekt-Wert zudem. Zu den Aktivitäten gehören unter anderem Drogenschmuggel, das "Abwerben" von Prostituierten und - besonders spaßig - Versicherungsbetrug. Bei letzterem müssen Sie sich besonders gekonnt vor vorbeifahrende Wagen werfen oder spektakuläre Unfälle bauen. Der Komplize, ein Arzt, schreibt dann die passenden Atteste für die Versicherungen aus.

Mit dem steigendem "Respekt"-Wert werden wiederum Aufträge freigeschaltet, die die Hauptgeschichte vorantreiben. Darin müssen entführte Personen aufgefunden oder Chefs anderer Gangs umgebracht werden - ein bunter Mix aus dem täglichen Gangsterleben also.

Was sich zunächst - wer dieses Spielegenre mag - recht unterhaltsam anhört, wird im Lauf des Spiels etwas ermüdend. Das Missions-Design ist nicht sonderlich abwechslungsreich und auch bei den Aktivitäten gibt es keine große Abwechslung.

Wenn Sie möchten, können Sie Aufträge auch mit Mitstreitern angehen, diese freischaltbaren Charaktere geben Ihnen dann Feuerschutz, was die Missionen zusätzlich erleichtert. Der Schwierigkeitsgrad ist recht einsteigerfreundlich, allerdings wirkt die KI an viele Stellen des Spiels nicht sonderlich ausgereift. So rennen Gegner - anstatt sich zu verstecken - nicht selten ins offene Messer und sind somit leichte Beute.

Gehen Mitstreiter im Kampf K.o., haben Sie 30 Sekunden Zeit, diese wiederzubeleben. Dies vereinfacht Missionen noch mehr, da Ihre Kämpen nahezu unsterblich sind. Erwischt es Sie, ist eine begonnene Mission beendet und Ihre Spielfigur wird gegen Bares wieder zusammengeflickt.

Unverständlich ist das Verhalten der Polizei im Spiel. So können Sie trotz unmittelbarer Nähe eines Streifenwagens nahezu alles möglich anstellen, ohne dass der Arm des Gesetzes eingreift. Lediglich wenn Sie das Feuer auf die Gesetzeshüter eröffnen, kommen die Männer in Blau in die Puschen. Schlecht: Wenn man den Gesetzeshütern einige Zeit erfolgreich davonfährt, dann verlieren diese plötzlich die Lust an ihnen und schalten einfach die Blaulichter aus und tun so, als sei nichts passiert.

Wie sehr die Polizei sie auf dem Kieker hat, erkennen Sie an der Anzahl der Sterne rechts oben auf dem Bildschirm. Bei drei Sternen werden Sie ohne Rücksicht auf Verluste gejagt, hier hilft nur noch abwarten (mit der Zeit verschwinden die Sterne wieder), eine Gesichts-OP oder das Ablegen einer Art Beichte (gegen Bares).

Praktisch ist die Übersichtskarten, auf der Sie bestimmte Orte markieren können und dann mittels grafischer Anweisungen dorthin gelotst werden. Verlaufen ist damit nahezu unmöglich.

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