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Yahoo und Reuters: Hobby-Fotografen als Konkurrenz zu Profis

04.12.2006 | 15:29 Uhr |

Yahoo und die Nachrichtenagentur Reuters laden Anwender auf der ganzen Welt dazu ein, eigene Bilder oder Videos von Unfällen, Katastrophen oder sonstigen Ereignissen an die Unternehmen zu senden. Hierfür wurde das Programm "You Witness" ins Leben gerufen, das morgen an den Start geht.

Bei aktuellen Ereignissen wie Erdbeben, Unfällen oder sonstigen, unvorhersehbaren Katastrophen haben Nachrichtenagenturen oftmals ein Problem: aktuelles Bildmaterial ist kaum zu bekommen, da professionelle Fotografen erst einmal zum Ort des Geschehens geschickt werden müssen. Teuer ist das Ganze obendrein, denn Reisekosten und Honorar für den Profi können nicht unerheblich sein. Zumindest einen Teil dieser Kosten wollen sich die Nachrichtenagentur Reuters und Yahoo künftig offenbar sparen und haben das Programm "You Witness" ins Leben gerufen, das morgen startet.

Ähnlich wie die "Leser-Reporter" der "Bild"-Zeitung werden Anwender auch bei diesem Service eigene Bilder oder Videos von aktuellen Ereignissen an die Redaktionen der beiden Unternehmen senden können. Diese will die Inhalte prüfen und gegebenenfalls für die aktuelle Berichterstattung nutzen. Aus Sicht von Reuters hätten Beispiele wie der Tsunami in Asien, die Bombenanschläge in London oder die Auswirkungen des Hurrikans Catrina in News Orleans bereits gezeigt, dass Anwender, die "zur falschen Zeit am richtigen Ort" gewesen sein, gute Inhalte abgeliefert haben. Einsendungen können entweder über die News-Site von Yahoo oder die von Reuters vorgenommen werden.

Geld erhalten die Hobbyknipser für ihre Werke grundsätzlich nicht. Erst wenn die Inhalte von den beteiligten Unternehmen an Dritte weiter verkauft werden, soll eine Entlohnung erfolgen. Wie hoch diese ausfällt, ist nicht bekannt, an den Details wird noch gearbeitet. Künftig sollen Anwender auch Textbeiträge zu aktuellen Ereignissen an Reuters senden können.

Die große Herausforderung eines solchen Services ist die Qualitätskontrolle. Hier werden Yahoo und Reuters beweisen müssen, dass sie die Spreu vom Weizen trennen können und nicht auf gefälschte oder veraltete Bilder hereinfallen. Bei der Masse an Inhalten, die ein Service dieser Art hervorbringen kann, dürfte dies ein schwieriges, wenn nicht gar unmögliches Unterfangen werden.

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