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Yahoo entschädigt Kunden für Klickbetrug

29.06.2006 | 16:40 Uhr |

Werbekunden von Yahoo haben mitunter mehr für ihre Online-Werbung bezahlt, als sie eigentlich müssten. Deshalb verklagten einige Werbende aus den USA den Internet-Dienstleister. Jetzt hat sich Yahoo außergerichtlich mit seinen Kunden geeinigt und zahlt diesen Geld zurück.

In einem Prozess um betrügerisches Anklicken von Online-Werbeseiten hat sich Yahoo mit seinen Werbekunden in den USA außergerichtlich geeinigt.

Diverse Werbekunden, allen voran die Checkmate Strategic Group, hatten eine Sammelklage gegen Yahoo eingereicht. Sie warfen dem Internet-Pionier vor, zu wenig gegen "Klick-Betrug" unternommen zu haben. Davon profitierte Yahoo, die Werbekunden mussten aber von Januar 2004 bis März 2006 mehr zahlen, als sie eigentlich hätten zahlen müssen.

Yahoo erklärte sich jetzt bereit, den Werbekunden bereits geleistete Zahlungen zurück zu erstatten. Das zuständige US-Bezirksgericht in Los Angeles stimmte diesem Vergleich zu. Die geschädigten Werbekunden können sich jetzt bei Yahoo melden und ihre Ansprüche geltend machen. Ein pensionierter Bundesrichter kontrolliert die Bearbeitung der Ansprüche durch Yahoo. Yahoo versprach zudem, seine Anstrengungen gegen Klickbetrug zu intensivieren und verstärkt den Dialog mit seinen Werbekunden zu suchen.

Das in dem Prozess behandelte Abrechungsmodell für Online-Kunden ist denkbar simpel: Für jeden Klick auf einen Banner oder auf ein Popup oder eine andere Werbefläche des Werbekunden bekommt Yahoo Geld. Doch lassen sich diese Klicks manipulieren, mit so genannten Klickrobots können beispielsweise erheblich mehr Klicks erzeugt werden, als es der eigentlichen Kundennachfrage entspricht. Von solchen automatisierten Klicks hat der Werbekunde aber nichts, weil sich dahinter ja keine potenziellen Kunden mit Kaufabsicht verbergen. Yahoo kassierte aber trotzdem seine Prämie.

Solche Klickrobots setzen beispielsweise Konkurrenten ein, um die Werbekosten eines Rivalen in die Höhe zu treiben und diesen so zu schädigen.

Yahoo ist übrigens nicht als einziger Online-Dienst von diesem Klick-Betrug betroffen, auch Google landete deshalb bereits vor Gericht. Ein Gericht im US-Bundesstaat Arkansas verdonnerte Google dazu, von seinen seit 2001 erzielten Werbeeinnahmen in Höhe von 13,3 Milliarden US-Dollar höchstens 90 Millionen zurückzuzahlen. Google dürfte das problemlos verschmerzen.

Im Fall des Vergleichs von Yahoo mit seinen Werbekunden gibt es allerdings keine gerichtlich festgelegte Obergrenze für die Rückzahlung. Yahoo äußerte sich bisher nicht zur erwarteten Höhe der Rückzahlungen. Obendrein muss Yahoo die Anwaltskosten in Höhe von 4,95 Millionen Dollar übernehmen.

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