2174556

Yahoo will 3000 Internet-Patente verkaufen

08.06.2016 | 10:05 Uhr |

Der angeschlagene Internet-Pionier Yahoo verjubelt seine Kronjuwelen. Und verkauft "grundlegende" Patente für Websuche, Werbung und Cloud.

Update 8. Juni 2016: Yahoo bietet 3000 Patente zum Verkauf an

Yahoo will über 3000 Patente und die damit zusammenhängenden Anwendungen verkaufen. Laut Yahoo soll es sich dabei um grundlegende Patente für Websuche und Online-Werbung sowie Cloud-Technologien handeln. Das klingt nach einem wahren Schatz.

Yahoo gehört zu den Internet-Pionieren. Das US-Unternehmen hat die Anfänge des Internets wesentlich mitgeprägt, dann aber den Anschluss verloren und sucht nun schon seit Jahren nach einem neuen funktionierenden Geschäftsmodell.

Laut Wall Street Journal soll die Investmentbank Black Stone IP den Verkauf durchführen. Interessierte Bieter können bis Mitte Juni noch ihre Gebote abgeben, wie Reuters schreibt.

Update Ende, Beginn der ursprünglichen Meldung

Yahoo kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen. Der Internet-Pionier versucht seit vielen Jahren erfolglos, ein neues Geschäftsmodell irgendwo zwischen Google, Apple, Facebook, Instagram und anderen angesagten IT-Unternehmen zu finden. Doch CEO Marissa Mayer, die vor ihrem Wechsel auf den Chefposten von Yahoo einst bei Google an so erfolgreichen Produkten wie Googlemail, der Google Suche und den ortsbezogenen Diensten mitgearbeitet hat, findet kein Erfolgsrezept. Das Hauptgeschäftsfeld von Yahoo, nämlich Online-Werbung, wächst kaum und wirft vor allem keine Gewinne ab, sondern Yahoo schreibt Verluste: Rund 4,43 Milliarden Dollar im letzten Jahr, wie das Unternehmen jetzt mitgeteilt hat.

Der Riesenverlust wird aber auch durch Abschreibungen verursacht, unter anderem wegen des Nordamerika-Geschäfts und wegen der Tumblr-Übernahme.

1700 Menschen müssen gehen

Schon Ende 2015 gab es Gerüchte. Jetzt teilte Marissa Mayer mit, dass weitere 15 Prozent der Yahoo-Mitarbeiter gehen müssen, also rund 1700 Menschen. Yahoo schließt seine Büros in Dubai, Mexico City, Buenos Aires, Madrid und Mailand. Ende 2016 soll die Zahl der Mitarbeiter auf 9000 zuzüglich 1000 Externer gesunken sein. Gegenüber dem Jahr 2012 würde das eine Reduzierung der Belegschaft um 42 Prozent bedeuten.

Unternehmensteile verkaufen

Außerdem will Yahoo Teile des Unternehmens verkaufen, beispielsweise Patente und Immobilien. Künftig will sich Yahoo auf Websuche, Mail und die Blogging-Plattform Tumblr konzentrieren sowie auf die Themenbereiche News, Sports, Finance und Lifestyle.

Doch damit nicht genug: Yahoo prüfe „strategische Optionen“ beziehungsweise "Alternativen". Das Wall Street Journal vermutet, dass sich hinter dieser Formulierung der Verkauf des gesamten Web-Geschäfts verbergen könnte.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2174556