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Xensource will mit Version 4 VMware bedrängen

14.08.2007 | 12:22 Uhr |

Die neue Open-Source-Lösung für Virtualisierung ermöglicht wesentlich größere sowie flexiblere virtuelle Maschinen, die sich einfacher administrieren lassen, und bringt offene Schnittstellen für Storage- und Anwendungserweiterungen.

Die offizielle Produktvorstellung von "Xen Enterprise 4" hat der Hersteller zweifellos kalkuliert, um dem großen Konkurrenten bei dessen Börsengang am darauffolgenden Tag etwas die Show zu stehlen. Ein Zeichen sollte gesetzt werden. "Version 4 bringt uns in die Oberklasse", erklärte Simon Crosby, Chief Technology Officer von Xensource. "Schlag für Schlag verbessern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber VMware."

Xensource 4 bringt im Wesentlichen fünf Verbesserungen:

Mit "XenMotion" lassen sich verschiedene Host automatisch konfigurieren und zu einem variablen Pool von Ressourcen zusammenfassen. Innerhalb dieses Pools können Anwender virtuelle Maschinen (VMs) per Drag-and-Drop hinzufügen sowie im laufenden Betrieb zwischen unterschiedlichen Hosts migrieren. Die Zuweisung physikalischer Ressourcen erfolgt automatisch.

Ein nativer 64-Bit-Hypervisor unterstützt bis zu 128 GB physikalischem Speicher bei 32 GB pro Gast-VM. Eine Gast-VM kann jetzt eine Acht-Wege-Maschine nutzen. Die Adressierung des Advanced Configuration and Power Management Interface (ACPI) macht es möglich, virtuellen Maschinen im laufenden Betrieb weitere CPU-, Netzwerk- und Speicherressourcen hinzuzufügen.

Die Administration der virtuellen Umgebung vereinfacht "XenCenter". Die dort gesammelten Management-Informationen werden an alle Hosts innerhalb eines Ressourcen-Pools repliziert, wodurch jeder Host zum Master werden kann. Dies ist ein auffälliger Unterschied zu VMware, wo Administrationsaufgaben über einen dedizierten Server laufen, der daher ein besonders kritisches Element einer virtuellen Umgebung ist.

In Richtung der Speicher existiert eine offene Programmierschnittstelle. Über sie adressieren virtuelle Maschinen Direct-Attached-Storage und Shared Storage – auf Grundlage des kürzlich mit Symantec geschlossenen OEM-Vertrags NAS-, iSCSI- und NAS-Infrastrukturen. Die API ermöglicht sie Spiegelung, Snapshots, Cloning und Thin-Provisioning virtueller Festplatten. Unterstützt werden auch Datei-gesicherte virtuelle Festplatten in Microsofts VHD-Format sowie Block-gesicherte Festplatten-Images.

Die "XenAPI" stellt die Management-Schnittstelle auf Basis der XML-RPC-Standards aus XenExpress in Xen Enterprise 4 zur Verfügung. Jetzt sind Language Bindings in C, C# und Java enthalten. Durch die Common Language Infastructure (CLI) mit Bindings in drei Skripting-Sprachen können Softwarehäuser, Partnerunternehmen und Anwender spezifische Zusatzlösungen entwickeln.

Xen Enterprise 4 wird ab dem 20. August über autorisierte Xensource-Reseller ausgeliefert. Das Paket umfasst im Standard XenMotion, XenCenter, den 64-Bit-Hypervisor und XenAPI. Der Preis beginnt bei 1599 Dollar pro Dual-Socket-Server für eine Einjahreslizenz und 2499 Dollar auf dergleichen Hardware für eine zeitlich unbegrenzte Lizenz. Deutlich günstiger ist das Produkt für den Mittelstand, "Xen Server 4". Diesem Angebot fehlt das Modul XenMotion, was ohnehin nur in großen Umgebungen Vorteile bringt. Dafür ist es mit 495 beziehungsweise 750 Dollar Basispreis deutlich kostengünstiger. Unverändert kostenlos bleibt "Xen Express", das Open-Source-Angebot für den Einstieg in die Virtualisierung. Dieses Produkt ist allerdings limitiert auf 4 GB Speicher, vier virtuelle Maschinen pro Server und ein Single-Server-Interface. (ls)

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