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Xbox-Werbung: Briten "not amused"

07.06.2002 | 14:25 Uhr |

Wer im Werbebereich auffallen will, greift zu drastischen Mitteln - man erinnere sich an die Benneton-Werbung vor einigen Jahren. "Not amused" zeigen sich nun die Engländer bei einem Xbox-Fernsehspot - die zuständige Behörde reagierte sofort und verbannte die Werbung aus dem TV.

Eigentlich sind sie berühmt für ihren schwarzen Humor - dennoch zeigen sich die Briten derzeit "not amused" was einen Fernsehspot für Microsofts Xbox angeht. Wie der "Media Guardian" berichtet, entrüsteten sich 136 Zuschauer über den so genannten "Champagne"-Spot derart, dass die britische Medienaufsichtsbehörde (ITC) sofort reagierte und den Spot von den Bildschirmen verbannte.

Der Werbefilm, der auch in Deutschland zu sehen war, zeigt ein Baby, das durch die Kraft seiner Geburt geradewegs aus dem Kreissaal durch ein Fenster fliegt, rapide altert, schreit und schließlich als alter Mann in sein eigenes Grab einschlägt. Der Film endet mit dem Satz "Das Leben ist kurz. Spiel mehr."

Unter den empörten Zuschauern befanden sich eine schwangere Frau, 20 Hinterbliebene kürzlich verstorbener Personen sowie eine frisch gebackene Mutter. Microsoft ist der Ansicht, die Aussage am Ende des Films sei positiv zu sehen. Dem widersprach die ITC vehement: So lassen die Schreie des Mannes während seines "Lebens" auf ein traumatisches Ereignis schließen. Die Erinnerung, dass das Leben kurz sei, in Verbindung mit der Schlussszene mache diese noch schockierender.

Microsoft zeigt sich vom Fernsehverbot unberührt. Der Spot werde künftig in Kinos oder im Internet ausgestrahlt - auf diesen Bereich hat die ITC keinen Einfluss.

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