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Microsoft setzt auf Partystimmung

17.07.2010 | 15:05 Uhr |

Mit der Bewegungssteuerung Kinect für die Xbox 360 hat Microsoft ein klares Ziel. Die Konsole soll attraktiver für Familien und Casual Gamer werden. Bei einer Vorab-Demonstration von sechs der 15 Launch-Titel konnte sich pressetext davon überzeugen, dass sie besonders auf diese Zielgruppen zugeschnitten sind. Dabei wurde eines klar: Gerade Sportspiele werden dank dem 3D-Kamera-System sportlich wie nie zuvor.

Freilich ist Kinect laut Microsoft für ein breites Genre-Spektrum geeignet. Zum Produktstart im November werden Shooter und andere Titel für Hardcore-Gamer aber außen vor bleiben. Das hängt auch mit deren Steuer-Präferenzen zusammen. "Der normale Controller wird sicher nicht komplett verschwinden", stellt Xbox-Marketing-Manager Thomas Kritsch bei der Vorschau klar. Ansprechende Kombinationen des Controllers mit Kinect sind denkbar.

Wenig überraschend wird Kinect mit einigen Sport-Spielen auf den Markt starten. Vorab gab es Microsofts eigenes "Kinect Sports" zu sehen. Schon die grafische Gestaltung des Titels macht klar, dass der Spieler sich freundschaftlich mit anderen messen soll - entweder daheim oder via Xbox Live mit der ganzen Welt. Das bedeutet viel Bewegung. Beim Hürdenlauf etwa gilt es nicht nur, am Stand zu sprinten, sondern im richtigen Moment wirklich zu springen. Beim Bowling wiederum erfasst die Kamera, wie der Spieler mit dem Arm nachschwingt und verleiht der virtuellen Kugel einen passenden Spin.

Das Rennspiel "Kinect Joy Ride" ist optisch ebenfalls als Fun-Spiel für alle aufbereitet. Besonders beim Stunt-Modus gilt es, Haltung anzunehmen. Denn wer sich spektakulär verbiegt und diese Pose hält, sammelt bei Stunt-Sprüngen dicke Punkte. Dabei sind die Stunts für Kinect-Verhältnisse wenig intuitiv. Denn wie genau Körperhaltung und Onscreen-Aktion des eigenen Racers zusammenpassen, ist nicht immer offensichtlich.

Nicht alle Launch-Titel sind echte Familienspiele, doch insgesamt decken sie ein breites Altersspektrum ab. Das Tanzspiel "Dance Central" ist besonders für Jugendliche gedacht. Wie bei anderen Tanzspielen gilt es, vorgegebene Routinen möglichst gut nachzumachen. Kinect verleiht dem aber eine neue Dimension, da der Spieler selbst tanzt oder es zumindest versucht. Somit ist Dance Central praktisch Karaoke für Dance Moves.

Vor allem für jüngere Kids gedacht ist "Kinectimals", das Spielen mit virtuellen Haustieren einen neuen Twist verleiht. Durch die Kamera-Bewegungssteuerung ist es möglich, wirklich mit dem Tier herumzutollen. Eher auf die Eltern zielt Ubisofts "Your Shape: Fitness Evoved" ab. Denn das virtuelle Fitnessstudio bietet unter anderem Yoga-Übungen und einen persönlichen Kalorienzähler.

Bei Spielen für eine breite Masse setzt Microsoft voll darauf, dass die Steuerung durch Bewegung besonders einfach ist. Genau das bei komplexeren Titeln für eingefleischte Gamer vielleicht ein Hindernis. Freilich wird es Kritsch zufolge Shooter geben, bei denen einfach per Handbewegung geschossen wird. Großes Potenzial ortet er aber auch in Hybridansätzen.

Denkbar ist, dass Gamer bei Action-lastigen Titeln zwar wie gewohnt viele Funktionen per Controller steuern, aber zumindest einzelne Kinect-Aspekte nutzen. Vielleicht müsste sich ein Spieler wirklich ducken, damit seine Spielfigur in Deckung geht. Zudem verweist Kritsch darauf, dass Kinect neben Bewegungs- auch Sprachsteuerungselemente umfasst. Damit wäre beispielsweise möglich, dass einzelne Ausrüstungsgegenstände verbal ausgewählt werden.

(pte)

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